Landtagswahl Baden-Württemberg 2026: Alle Infos zur Wahl
Am 8. März ist es wieder so weit: In Baden-Württemberg findet die nächste Landtagswahl statt. Ein neuer Landtag wird gewählt und somit auch ein neuer Ministerpräsident.
Am 8. März ist es wieder so weit: In Baden-Württemberg findet die nächste Landtagswahl statt. Ein neuer Landtag wird gewählt und somit auch ein neuer Ministerpräsident.
Baden‑Württemberg wählt einen neuen Landtag. Dabei geht es nicht nur um die Zusammensetzung des Landesparlaments, sondern auch um die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten.
Wer nach 15 Jahren auf Winfried Kretschmann folgt, entscheidet sich allerdings nicht direkt durch eine Personenwahl, sondern über das Wahlergebnis und die Mehrheiten im neuen Landtag. Erst wenn feststeht, welche Parteien genug Stimmen erhalten haben und ob sich eine Regierungsmehrheit in Form einer Koalition bildet, wird im Landtag die neue Ministerpräsidentin oder der neue Ministerpräsident gewählt. Damit ist die Landtagswahl am 8. März nicht nur eine Abstimmung über Parteien und Programme, sondern zugleich die Entscheidung darüber, wer Baden‑Württemberg künftig an der Spitze der Landesregierung führt.
Bei der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg gilt erstmals ein neues Wahlrecht. Zum ersten Mal können Parteien Landeslisten aufstellen. Außerdem haben Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen: eine Erststimme und eine Zweitstimme.
Erststimme: entscheidet, welche Kandidatin oder welcher Kandidat den Wahlkreis direkt gewinnt.
Zweitstimme: bestimmt das Stimmenverhältnis der Parteien im gesamten Landtag.
Damit dieses Verhältnis korrekt abgebildet wird, ziehen zusätzlich Kandidatinnen und Kandidaten über die Landeslisten in den Landtag ein.
Beispiel:
Gewinnt eine Partei fünf Wahlkreise per Erststimme, steht ihr nach dem Zweitstimmen-Ergebnis aber zehn Sitze zu, ziehen zusätzlich fünf Personen über die Landesliste in den Landtag ein.
Erstmals können bei der Landtagswahl 2026 Menschen ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben.
Jeder Wahlbezirk hat ein eigenes Wahllokal. Zu welchem Wahllokal du gehörst, erfährst du durch deine Wahlbescheinigung oder du wählst per Briefwahl von überall aus. Wahllokale sind meist in Schulen, Rathäusern oder Gemeindehäusern. Außerdem kannst du eine Briefwahl beantragen.
Am besten auf den Websiten der Parteien, hier findest du auch direkt das Wahlprogramm. Falls du dir nicht sicher bist, welche Partei richtig zu dir passt, kannst du auf der Website „Wahl-O-Mat“ einen Test machen. Er zeigt dir, welche Parteien am besten zu deinen Vorstellungen passen. Zudem kannst du dich auf der Seite der Landeszentrale für politische Bildung direkt informieren.
Erstmal solltest du einen Wahlschein beantragen. Die Briefwahl kannst du online über das Bundesportal oder die Seite deiner Stadt/Gemeinde, per Post mit der Wahlbenachrichtigung oder persönlich im Bürgeramt, erhalten.
Achte darauf, dass du alles früh genug beantragst, damit die Unterlagen auch rechtzeitig ankommen.
Nach der Beantragung kommen die Unterlagen zwei bis drei Wochen vor dem Wahltag bei dir per Post an. Am besten schickst du deine Unterlagen so früh wie möglich wieder zurück, ansonsten kannst du sie auch persönlich bis 18 Uhr am Wahltag, bei der auf dem Brief angegebenen Adresse abgeben.
Denke an deinen Personalausweis oder Reisepass, sowie deine Wahlbescheinigung. Alles weitere gibt es Vorort.
Die Grünen (Bündnis 90/Die Grünen)
CDU (Christlich Demokratische Union Deutschlands)
SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands)
FDP (Freie Demokratische Partei)
AfD (Alternative für Deutschland)
Die Linke
Wahlprogramm
Freie Wähler
Wahlprogramm
Die PARTEI (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative)
Wahlprogramm
dieBasis (Basisdemokratische Partei Deutschland)
Wahlprogramm
Klimaliste Baden-Württemberg
Wahlprogramm
ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei)
Wahlprogramm
Volt (Volt Deutschland)
Wahlprogramm
Bündnis C (Bündnis C – Christen für Deutschland)
Wahlprogramm
Partei der Humanisten (PdH)
Wahlprogramm
Partei für Verjüngungsforschung (Verjüngungsforschung)
Wahlprogramm
BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit)
Wahlprogramm
Die Gerechtigkeitspartei (Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer)
Wahlprogramm
Partei der Rentner (PDR)
Wahlprogramm
Partei des Fortschritts (PdF)
Wahlprogramm
Tierschutzpartei (Partei Mensch Umwelt Tierschutz)
Wahlprogramm
WerteUnion (WerteUnion)
Wahlprogramm
Cem Özdemir tritt 2026 als Spitzenkandidat der Grünen für das Amt des Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg an. Der langjährige Grünen-Politiker wurde am 24. Mai 2025 in Heidenheim mit 97 Prozent der Stimmen nominiert. In seinem Wahlkampf setzt Özdemir vor allem auf wirtschaftliche Themen.
Mit dem Wechsel in die Landespolitik beendet Özdemir vorerst seine jahrzehntelange Bundeskarriere. Zuletzt war er von 2021 bis 2025 Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. Zuvor führte er die Grünen zehn Jahre lang als Bundesvorsitzender und war viele Jahre Bundestags- und Europaabgeordneter.
Özdemir wurde 1965 in Bad Urach geboren und wuchs dort auf. Er ist seit über 40 Jahren Mitglied der Grünen. Der studierte Sozialpädagoge betont seine schwäbischen Wurzeln und ist seit 2024 Ehrenbürger seiner Heimatstadt.
Manuel Hagel ist seit 2023 Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg und tritt 2026 erstmals als Spitzenkandidat seiner Partei an. Auf dem Parteitag im Mai 2025 wurde der 37-Jährige in Stuttgart mit knapp 94 Prozent der Stimmen gewählt. Er will die CDU nach 15 Jahren wieder in die Regierungsverantwortung führen. Zentrale Themen seiner Kampagne sind Wirtschaft, Bürokratieabbau, Forschung sowie das Leitbild eines „Familienlands Baden-Württemberg“.
Hagel gilt als derzeit prägendste Figur der Südwest-CDU. Er ist seit 2016 Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Ehingen, den er mit dem landesweit besten CDU-Ergebnis gewann. Nach Stationen als CDU-Generalsekretär und Fraktionsvorsitzender übernahm er 2023 den Landesvorsitz. Sein Verhältnis zur Bundespartei, insbesondere zu Kanzler Friedrich Merz, gilt als eng.
Geboren 1988 in Ehingen (Donau), ist Hagel gelernter Bankkaufmann und war zeitweise Filialdirektor der Sparkasse Ulm. Er ist seit vielen Jahren kommunalpolitisch aktiv, unter anderem als Gemeinderat und Kreisrat im Alb-Donau-Kreis.
Andreas Stoch tritt 2026 zum zweiten Mal nach 2021 als Spitzenkandidat der SPD Baden-Württemberg an. Der 55-jährige Jurist wurde auf dem Landesparteitag im Juli 2025 mit 94,6 Prozent der Stimmen nominiert. Schwerpunkte seines Wahlkampfs sind Wirtschaft, Bildung und bezahlbarer Wohnraum.
Stoch ist seit 2018 Landesvorsitzender der SPD und seit 2016 Fraktionschef im Landtag. In der grün-roten Landesregierung war er von 2013 bis 2016 Kultusminister.
Geboren 1969 in Heidenheim, wuchs Stoch in Giengen an der Brenz auf. Er ist seit 2009 Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Heidenheim und gehört dem Parlament damit seit 17 Jahren an. Stoch ist verheiratet und Vater von vier Kindern.
Dr. Hans-Ulrich Rülke tritt 2026 zum dritten Mal als Spitzenkandidat der FDP bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg an. Nach 2016 und 2021 führt er die Liberalen erneut von Platz eins der Landesliste. Auf der Landesvertreterversammlung im Juli 2025 erhielt der 64-Jährige 88,9 Prozent der Stimmen. Die FDP erzielte bei der Wahl 2021 mit 10,5 Prozent eines ihrer besten Ergebnisse im Land.
Rülke ist seit 2006 Landtagsabgeordneter und seit 2009 FDP-Fraktionsvorsitzender – damit der dienstälteste Fraktionschef seiner Partei im Landtag. Er gilt als profilierter Redner mit pointierter Rhetorik. Seit Januar 2025 ist er zudem Landesvorsitzender der FDP Baden-Württemberg.
Geboren 1961 in Tuttlingen, ist Rülke promovierter Gymnasiallehrer und lebt in Pforzheim. Er ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Politisch steht er für einen klaren Kurs bei Bürokratieabbau und strebt eine Rückkehr der FDP in die Landesregierung an.
Markus Frohnmaier ist Ministerpräsidenten-Kandidat der AfD für die Landtagswahl 2026. Der Bundestagsabgeordnete wurde Ende Mai 2025 auf dem Landesparteitag in Heilbronn nahezu einstimmig nominiert. Anders als andere Spitzenkandidaten bewirbt er sich nicht um ein Landtagsmandat, sondern ausschließlich um das Amt des Ministerpräsidenten; scheitert dies, will er Bundestagsabgeordneter bleiben.
Frohnmaier tritt mit einem „9-Punkte-Sofortprogramm“ an. Zentrale Positionen sind eine harte Abkehr von der aktuellen Migrationspolitik, die Beendigung der Klimaschutzpolitik sowie eine russlandfreundliche Außenpolitik. Seit 2022 ist er Co-Landesvorsitzender der AfD Baden-Württemberg und stellvertretender Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion, seit Juni zudem deren außenpolitischer Sprecher.
Der 1991 in Rumänien geborene Politiker wuchs nach seiner Adoption in Weil der Stadt auf. Er zog 2017 erstmals in den Bundestag ein. Innerhalb der AfD gilt Frohnmaier als Vertreter des rechten Parteiflügels. Er ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und lebt in Baden-Württemberg.
Die Linke tritt zur Landtagswahl 2026 mit einem weiblichen Spitzentrio an: Kim Sophie Bohnen, Amelie Vollmer und Mersedeh Ghazaei.
Kim Sophie Bohnen
Spitzenkandidatin ist Kim Sophie Bohnen, die den Wahlkreis Heidelberg vertritt und Listenplatz 1 der Landesliste führt.
Die 26-Jährige wurde in Itzehoe geboren, ist ausgebildete Bankkauffrau und hat Politikwissenschaft und Soziologie in Heidelberg studiert. Seit der Bundestagswahl 2025 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Linksfraktion im Bundestag. Politisch eng verbunden ist sie der baden-württembergischen Landesparteichefin Sahra Mirow.
Inhaltlich setzt Bohnen ihren Schwerpunkt auf Wohnungs- und Mietenpolitik. Ihr zentrales Ziel ist bezahlbarer Wohnraum und ein stärkerer Schutz von Mieterinnen und Mietern in Baden-Württemberg.
Amelie Vollmer
Amelie Vollmer kandidiert 2026 für Die Linke im Wahlkreis Offenburg und tritt auf Listenplatz 2 der Landesliste an. Die 23-Jährige gilt als Nachwuchspolitikerin ihrer Partei und war bei der Landtagswahl 2021 mit 18 Jahren die jüngste Kandidatin landesweit.
Vollmer arbeitet als Büroangestellte und ist seit ihrer Jugend politisch aktiv. Sie trat mit 15 Jahren der Linksjugend [’solid] bei und ist seit 2021 Co-Vorsitzende des Kreisverbands Die Linke Ortenau sowie seit 2023 Mitglied des Landesvorstands.
Inhaltlich setzt sie im Landtagswahlkampf auf soziale Schwerpunkte wie bezahlbares Wohnen, den Erhalt der Gesundheitsversorgung in der Ortenau und eine feministisch geprägte, soziale Politik in Baden-Württemberg.
Mersedeh Ghazaei
Mersedeh Ghazaei kandidiert 2026 für Die Linke im Wahlkreis Stuttgart I und steht auf Listenplatz 3 der Landesliste. Die 28-Jährige wurde in Esslingen geboren und ist in Stuttgart aufgewachsen. Sie ist seit 2023 politisch aktiv und Mitglied im Vorstand ihres Kreisverbands.
Ghazaei studiert Englisch und American Studies im Master an der Universität Stuttgart und arbeitet parallel als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Literaturwissenschaft. Zuvor unterrichtete sie Deutsch als Fremdsprache für Geflüchtete.
Inhaltlich setzt sie Schwerpunkte auf Bildungsgerechtigkeit, Antirassismus, Menschenrechte und Friedenspolitik. Bildung dürfe nicht von Herkunft oder Einkommen abhängen. Ghazaei versteht sich als junge, migrantische und feministische Stimme der Linken im baden-württembergischen Landtag.