Manuel Hagel landete mit seiner CDU bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hauchdünn hinter den Grünen von Cem Özdemir. (Archivbild)
Bernd Weißbrod/dpa
Manuel Hagel landete mit seiner CDU bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hauchdünn hinter den Grünen von Cem Özdemir. (Archivbild)
Ärger in der CDU

CDU-Mittelstandsunion rudert nach Kritik an Hagel zurück

Einen Tag nach der heftigen Kritik an der Parteiführung versucht sich der Chef der CDU-Mittelstandsunion in Schadensbegrenzung. Nun wird sein Rücktritt gefordert.

Nach dem Frontalangriff auf CDU-Landeschef Manuel Hagel und dessen Wahlkampagne hat die CDU-Mittelstandsvereinigung ihre Vorwürfe relativiert. Die Kritik hätte sich klar gegen die strategische Ausrichtung und organisatorische Umsetzung des Wahlkampfs gerichtet, teilte die Mittelstandvereinigung mit. «In diesem Zusammenhang betrifft sie auch die Art der Darstellung der Person Manuel Hagels, jedoch ausdrücklich nicht ihn persönlich.»

Die kritische Aufarbeitung eines Wahlkampfs sei kein Zeichen von Unstimmigkeit, sondern «Ausdruck politischer Verantwortung», heißt es in der Mitteilung weiter. «Die vorgebrachte Kritik – insbesondere auch mit Blick auf Defizite in der Digitalstrategie – ist berechtigt und notwendig.» Ein offener und transparenter Diskurs sei unverzichtbar, wenn aus Wahlergebnissen die richtigen Schlüsse gezogen werden sollten.

Die Mittelstandsvereinigung (MIT) stehe an der Seite der CDU und werde die Sondierungsgespräche konstruktiv begleiten, teilte die Vereinigung mit. «Zugleich unterstreicht sie: Wer die Wahlergebnisse ernst nimmt, muss eine bürgerliche, wirtschaftsfreundliche und mittelstandsorientierte Politik zur Grundlage der weiteren Verhandlungen machen.»

Atzgers Kritik an Hagel

MIT-Landeschef Bastian Atzger hatte Hagel und die CDU-Kampagne zuvor heftig kritisiert - und das in der kritischen Phase der Sondierungsgespräche mit den Grünen. Atzger wirft Hagel in der Mitgliederzeitschrift der Mittelstands- und Wirtschaftsunion einen «schlecht geplanten und ungeschickt ausgeführten Wahlkampf» vor. Atzer hatte die Kampagne als «Fahrt im Schlafwagen» bezeichnet und Hagels «unbeholfene Reaktion» auf das «Rehaugen-Video» kritisiert, welches Kommunikationsprofis schnell abgeräumt hätten. Charismatische Führungsstärke lasse sich nicht simulieren, so Atzger. Zunächst hatten «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten» berichtet. 

Hagel hatte sich zu den Vorwürfen nicht äußern wollen. Der CDU-Sozialflügel, die Junge Union und die Frauen Union waren dem CDU-Landeschef allerdings beigesprungen. 

Rücktrittsforderungen gegen Atzger

Zehn Kreisvorsitzende der Mittelstandsvereinigung forderten nun den Rücktritt des MIT-Landeschefs. Man distanziere sich von Atzgers Kritik, von seiner Wortwahl und der Art der Kommunikation. Atzger hätte als Mitglied des Landesvorstands seine Position zur Wahlkampfstrategie im Vorstand einbringen können und müssen. «Stattdessen treten Sie nun im Nachgang besserwisserisch nach. Das ist stillos und in keiner Weise konstruktiv», heißt es in dem offenen Brief. Atzger spreche zudem nicht für die Mittelstandsunion in der Fläche.

Die Kreisvorsitzenden bemängeln, dass die MIT unter Atzgers Führung organisatorisch wie politisch ins Abseits geführt worden sei. Mitgliederzahlen und Finanzen hätten sich deutlich negativ entwickelt. Es gebe keine Grundlage mehr für eine Zusammenarbeit mit Atzger an der Spitze der Vereinigung. «Wir fordern Sie auf, Ihr Amt als Landesvorsitzender mit sofortiger Wirkung niederzulegen und den Weg für eine personelle und inhaltliche Neuaufstellung freizumachen.» Ein außerordentlicher Landesmittelstandstag zur Aufarbeitung der Situation sei dringend erforderlich.

© dpa-infocom, dpa:260327-930-875075/2
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

BRUNO MARS mit TREASURE

RADIO REGENBOGEN

RADIO REGENBOGEN


Es läuft:
BRUNO MARS mit TREASURE