Dem Biber sollte es im Südwesten schneller an den Kragen gehen. Nun muss sich der Landtag wegen einer Petition noch einmal mit dem Bibermanagement befassen. (Symbolbild)
Felix Heyder/dpa
Dem Biber sollte es im Südwesten schneller an den Kragen gehen. Nun muss sich der Landtag wegen einer Petition noch einmal mit dem Bibermanagement befassen. (Symbolbild)
Biber in Baden-Württemberg

Erfolgreiche Petition: Biberschutz erneut Thema im Landtag

Nach hoher Beteiligung muss der Landtag seine Beschlüsse bezüglich der Biber-Abschüsse nochmal prüfen. Bis es so weit ist, kann es aber noch dauern. Das hat einen bestimmten Grund.

14.348 Menschen haben in Baden-Württemberg eine Petition für einen stärkeren Schutz der Biber unterzeichnet. Die Initiatoren der Petition von Nabu und BUND zeigen sich in einer Pressemitteilung zufrieden. Das nötige Quorum ist erreicht, damit sich der Petitionsausschuss des Landtags dem Thema des Biber-Managements erneut annehmen muss. «Diese große Unterstützung sehen wir als klaren Auftrag an die Politik zu handeln», erklärte die BUND-Landesvorsitzende Sylvia Pilarsky-Grosch.

Petition gegen den Abschuss

Hintergrund der Petition war ein Beschluss der alten grün-schwarzen Landesregierung vom Anfang des Jahres, der das bisherige Biber-Management erweitern soll. Beauftragte Fachleute sollen Biber nun vergrämen können, wenn es keine zumutbaren Alternativen gibt – schnell und ohne bürokratisches Verfahren. Als letztes Mittel können die Tiere getötet werden – aber nur, wenn die anderen Maßnahmen nicht helfen und erhebliche Gefahren oder hohe wirtschaftliche Schäden drohen.

Mit der Petition hatten sich die Umweltschützer gegen diese Verschärfungen im Biber-Management gestellt und stattdessen eine Stärkung des bestehenden und – laut den Umweltschützern funktionierenden – Biber-Managements gefordert. Der Nabu-Landesvorsitzende Johannes Enssle betonte, dass Biber einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität leisten würden.

Nützlich oder störend?

Landwirte sehen sich jedoch immer wieder mit Schäden konfrontiert, die die Tiere etwa auf ihren Feldern verursachen. Außerdem können durch Biberdämme zum Beispiel Straßen überschwemmt, Eisenbahndämme unterspült und Trinkwasserbrunnen verunreinigt werden. Zu Problemen könne es auch bei Kläranlagen, Kanälen von Wasserkraftanlagen und Hochwasserschutzbecken kommen.

Der Biber hat sich in den letzten Jahren in Baden-Württemberg wieder stark vermehrt. Inzwischen wird die Biber-Population im Land auf rund 12.400 Tiere geschätzt.

Unklar, wann Landtag sich Petition annimmt

Die Petition hatte seit dem Start des neuen Online-Portals des Landtags von Baden-Württemberg die höchste Beteiligung bisher. Wann sich der Landtag mit der Petition zum Biber-Schutz befasst, sei aber noch ungewiss. Die konstituierenden Sitzungen der Ausschüsse des neuen Landtags sind laut dem vorläufigen Sitzungsplan für Ende Juni geplant. BUND und Nabu fordern die neue Landesregierung in ihrer gemeinsamen Pressemitteilung nun auf, sich der Petition und einer Überarbeitung des Biber-Managements zügig anzunehmen.

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