Erst Braveheart, jetzt Beklagter: Söder vor Narrengericht
Markus Söder muss sich vor dem Narrengericht in Stockach verteidigen – die Karten für das närrische Spektakel waren schnell vergriffen.
Markus Söder muss sich vor dem Narrengericht in Stockach verteidigen – die Karten für das närrische Spektakel waren schnell vergriffen.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird am Donnerstag (ab 17.00 Uhr) beim Narrengericht in Stockach unweit des Bodensees erwartet. Dort soll sich der Politiker schlagfertig gegen nicht ganz ernst gemeinte Anklagepunkte verteidigen. Die Karten für das närrische Event mit dem CSU-Chef waren schnell ausverkauft.
Das 675 Jahre alte Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stocken im Kreis Konstanz gehört zu den Höhepunkten der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Auf der Anklagebank saßen auch schon Angela Merkel (CDU), Karl Lauterbach (SPD) und Wolfgang Kubicki (FDP).
Söder als Publikumsmagnet?
Mit Söder steht erst zum zweiten Mal nach Franz Josef Strauß (1979) ein amtierender bayerischer Ministerpräsident vor dem närrischen Tribunal. Der Prozess findet immer am sogenannten «Schmotzigen Dunschtig» vor Publikum statt, an dem auch die heiße Phase der «Fünften Jahreszeit» beginnt.
Laut Narrengericht gab es 1.200 Karten. Kurz nach Beginn des Online-Verkaufs seien alle weg gewesen. «Wir sind überwältigt von der positiven Resonanz zum diesjährigen Beklagten», hatte Narrenrichter Jürgen Koterzyna gesagt. Die Veranstaltung werde am selben Abend (ab 20.15 Uhr) im SWR gezeigt und sei dann auch in der Mediathek zu finden.
In Veitshöchheim zur Prunksitzung «Fastnacht in Franken» war Söder am vergangenen Freitag als Filmfigur Braveheart erschienen. In Stockach treten die Beklagten dagegen traditionell ohne Kostüm auf.
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