Wirkten nicht ganz einer Meinung zu dem Hagel-Video: Thomas Strobl (links) und Winfried Kretschmann.
Bernd Weißbrod/dpa
Wirkten nicht ganz einer Meinung zu dem Hagel-Video: Thomas Strobl (links) und Winfried Kretschmann.
Hagel-Video

«Schmutzwahlkampf»: CDU macht Grünen schwere Vorwürfe

Ein acht Jahre altes Video setzt den CDU-Spitzenkandidaten kurz vor der Wahl unter Druck. Dahinter stehe keine grüne Kampagne, versichert Kretschmann seinem Koalitionspartner. Der sieht das anders.

Nach der Veröffentlichung eines alten Videos über den CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel hat Vize-Regierungschef Thomas Strobl (CDU) die Grünen für ihre Wahlkampfführung heftig kritisiert. «Das ist eine Kampagne wirklich aus der untersten Schublade», sagte er im Anschluss an eine Pressekonferenz mit Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) in Stuttgart. Die Grünen könnten nicht so tun, als hätten sie damit gar nichts zu tun. Sie trügen Verantwortung für die Kampagne. Man sehe im Netz, dass zahlreiche Grüne nicht unbeteiligt gewesen seien, so Strobl. Die Wählerinnen und Wähler machten sich über einen solchen Vorgang ein eigenes Bild. 

Zuvor hatte Ministerpräsident Kretschmann in der Pressekonferenz betont, dass es sich nicht um eine konzertierte Aktion der Grünen gehandelt habe. Die Behauptung, das sei eine «orchestrierte Kampagne der Grünen», sei falsch, sagte Kretschmann auf Nachfrage eines Journalisten. «Das ganze Führungspersonal der baden-württembergischen Grünen, mit denen ich gesprochen habe, die haben das überhaupt nicht gewusst», versicherte er. Sie hätten erst von dem Video erfahren, als es durch die sozialen Medien gegangen und auf dem Online-Portal eines großen Nachrichtenmagazins publik gemacht worden sei. 

Kretschmann nehme er ab, dass er nichts gewusst habe, betonte Strobl später. 

«Braune Haare, rehbraune Augen» 

Vergangene Woche hatte eine grüne Bundestagsabgeordnete einen acht Jahre alten Clip gepostet, der CDU-Frontmann Hagel bei einem Interview zeigt. Hagel, damals 29 Jahre alt und Landtagsabgeordneter, berichtet darin von einem Schulbesuch. In der Klasse hätten 80 Prozent Mädchen gesessen. «Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen», sagt Hagel. Dann geht er auf eine Schülerin ein: «Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.» Der Clip sorgt für heftige Kritik. 

Hagel hatte eingeräumt, dass der Einstieg in das Interview «Mist» gewesen sei. In CDU-Kreisen wird bereits seit Tagen gemutmaßt, dass hinter der Veröffentlichung eine abgestimmte Aktion bei den Grünen steckt. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir hatte dazu gesagt, dass seine Partei nichts veröffentlicht habe, sondern «eine Abgeordnete hat was veröffentlicht, was im Netz frei zugänglich ist». 

JU: «Grüner Schmutzwahlkampf par excellence» 

Noch kritischer als Strobl äußerte sich der Landesvorsitzende der Jungen Union, Florian Hummel. «Wer soll es bitte schön glauben, dass der grüne Spitzenkandidat Cem Özdemir, der sich so gerne bürgerlich geriert, von dieser Kampagne nichts wusste?», teilte er mit. Erst am Montag sei auf Twitter ein frei erfundenes Zitat des CDU-Spitzenkandidaten zigtausendfach verbreitet worden, unter anderem von zahlreichen grünen Funktions- und Mandatsträgern auch aus Baden-Württemberg, kritisierte Hummel. 

«Cem Özdemir sollte aufhören, die Menschen in Baden-Württemberg für dumm zu verkaufen», so der JU-Chef. «Seine Methode ist doch klar: Zuerst über die Partei und das grüne Vorfeld Stimmung machen, um sich danach staatsmännisch davon absetzen zu können – grüner Schmutzwahlkampf par excellence.»

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