Stuttgarter Frust nach vergebenen Chancen in Hamburg
Der VfB Stuttgart hat beim HSV mehr vom Spiel, doch am Ende trifft nur Hamburg. Trainer Sebastian Hoeneß sieht einen entscheidenden Unterschied. Undav warnt: «Sind keine Spitzenmannschaft.»
Der VfB Stuttgart hat beim HSV mehr vom Spiel, doch am Ende trifft nur Hamburg. Trainer Sebastian Hoeneß sieht einen entscheidenden Unterschied. Undav warnt: «Sind keine Spitzenmannschaft.»
Für Bundesliga-Profi Ermedin Demirovic war es keine schöne Heimkehr in seine Geburtsstadt. Mit dem VfB Stuttgart unterlag der 28 Jahre alte Angreifer am Samstag beim Hamburger SV mit 0:1 (0:0). Dabei vergab der Bosnier gegen seinen Jugendclub gleich zwei gute Möglichkeiten. Seinen Frust ließ Demirovic nach der vierten Saisonniederlage der Schwaben dann an seinem Trikot aus.
«Es gibt Spiele, da geht der Ball nicht ins Tor. Wir spielen gefühlt auf ein Tor», gab Demirovic nach dem Abpfiff zu Protokoll und fügte selbstkritisch hinzu: «Eine meiner Chancen muss rein, wenn nicht beide.» In der 15. und in der 53. Minute kam der VfB-Stürmer per Kopf an den Ball. Beide Male blieb der gewünschte Erfolg aus. Nach der zweiten Gelegenheit war der Stuttgarter so frustriert, dass er sich das Trikot zerriss.
Nach den Siegen in der Bundesliga beim Aufsteiger SC Paderborn (2:0) und in der Champions League bei Slovan Bratislava in der Slowakei (3:0) wähnten sich die Schwaben schon auf einem besseren Weg. Angreifer Deniz Undav legte dann auch den Finger in die Wunde: «Ich glaube, wir müssen anfangen, im Kopf zu haben, dass wir keine Spitzenmannschaft gerade sind. Ich glaube, da fehlt uns sehr, sehr viel, was wir die letzten zwei, drei Jahre geschafft haben», sagte der 30-Jährige bei Sky.
Hoeneß: «Am Ende geht es um Tore»
Für den Stuttgarter Trainer Sebastian Hoeneß war die «Effizienz ein großer Teil der Geschichte des Spiels. Wir haben es nicht geschafft, den Ball über die Linie zu bekommen.» Auch Undav und Angelo Stiller nutzten ihre Gelegenheiten nicht. «Heute ist es bitter», so Hoeneß weiter: «Am Ende geht es um Tore. Das wissen die Jungs, die die Tore heute nicht gemacht haben, am besten.» So musste sich der VfB-Coach damit begnügen, dass seine Schützlinge es zumindest geschafft haben, «etwas zu kreieren».
Das bessere Ende hatten dann die Hamburger, die einen Konter durch den sehenswerten Distanzschuss von Miro Muheim zum dritten Sieg in Serie abschlossen. «Ich habe dann den Raum, um abzuziehen, und ja, hau dann einfach drauf, und der geht natürlich perfekt rein. Am Ende: geiles Tor in einem super Moment», schilderte der glückliche Muheim die spielentscheidende Szene.
Hoeneß war derweil bedient: «Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Den Konter hätten wir nicht zulassen dürfen», kritisierte er. Undav war ebenfalls genervt, allerdings nicht nur wegen des Gegentores: «Ich glaube, die letzten Jahre haben wir solche Dinger gezogen, haben wir die Dinger noch reingemacht. Dieses Jahr fällt es uns schwer», meinte der Kapitän. «Und vor allem in der zweiten Halbzeit bauen wir eigentlich relativ oft ab. Und ich glaube, wir müssen wirklich daran arbeiten, um wieder nach oben zu kommen. Wenn nicht, wird es eine sehr, sehr harte Saison.»
Schon am Dienstag in der Champions League gegen Atletico
Besonders viel Zeit, das Manko der mangelhaften Abschlüsse abzustellen, haben die Schwaben nicht. Am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) geht es in der Champions League gegen den spanischen Vertreter Atlético Madrid, am nächsten Freitag (20.30 Uhr/Sky) in der Liga gegen Borussia Mönchengladbach. An das Madrid-Spiel wollte Hoeneß nach der Niederlage an der Elbe noch nicht denken: «Heute geht es darum, dass wir mit leeren Händen dastehen.»
Demirovic hat für das Rest-Wochenende in jedem Fall einen klaren Plan: «Nach zwei Tagen musst Du den Fokus auf das nächste Spiel legen, weil es Schlag auf Schlag geht.» Am besten dann wieder mit Treffern in das gegnerische Tor.
Stefan Flomm, dpa
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