Der Sportfachhandel hofft auf einen WM-Boom. (Symbolbild)
Marijan Murat/dpa
Der Sportfachhandel hofft auf einen WM-Boom. (Symbolbild)
Hoffnung auf Boom durch WM

Trikots als Umsatztreiber? Händler setzen auf WM-Effekt

Fußball-WM als Umsatz-Booster? Die Sportfachhändler hoffen auf Fans, die nicht nur in zum Public-Viewing, sondern auch in die Läden strömen. Warum das Turnier für sie ein wichtiger Impulsgeber ist.

Trotz Konsumflaute erhoffen sich die großen Sportfachhändler in Deutschland einen Boom durch die Fußball-Weltmeisterschaft. Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko - das am 11. Juni beginnt - dürfte die Stimmung beleben und den Verkauf von Trikots, Fanartikeln und Teamsport-Ausrüstung ankurbeln. Das berichten die drei Branchengrößen Intersport, Sport 2000 und Decathlon übereinstimmend. 

«Die Konsumstimmung ist auf einem Drei-Jahres-Tief. Wir gehen davon aus, dass dieses große Turnier dahingehend für positive Impulse sorgt», sagte Intersport-Chef Alexander von Preen der Deutschen Presse-Agentur. In Zeiten, in denen es nicht viel zu lachen gibt, lassen sich im Handel laut ihm zwei Phänomene beobachten: «Zum einen kaufen die Menschen buntere Kleidung. Und zum anderen suchen sie Ablenkung. Sie wollen eher aus ihrem Alltag ausbrechen und suchen die Gemeinschaft mit anderen.»

Sport-Großereignisse wie die Fußball-WM böten vielen Menschen diese Ablenkung. Deshalb gebe es in den Läden auch mehr als das reine Produkt, zum Beispiel Public Viewing. «Wenn die deutsche Mannschaft gut spielt, funktioniert das. Davon bin ich fest überzeugt», sagte von Preen. 

Händler rechnen mit Umsatzplus

Sport 2000 aus Mainhausen erwartet ebenfalls zusätzliches Geschäft. Solche Turniere wirkten sich grundsätzlich positiv auf die Konsumstimmung und die Umsätze aus, sagte der Teamsport-Chef des Händlerverbunds, Björn Endter. «Erfahrungsgemäß trägt ein WM‑Jahr zu einem Umsatzplus von zwei Prozent unseres Gesamtumsatzes bei.» Im Teamsport-Segment seien sogar Zuwächse von rund zehn Prozent möglich. Je näher das Turnier rückt, desto stärker steigen Endter zufolge Frequenz und Kaufimpulse.

Decathlon erwartet ebenfalls mehr Kundschaft in den Läden und im Onlineshop. «Ein sportliches Großereignis dieser Größenordnung wirkt erfahrungsgemäß als Katalysator», teilte das Unternehmen am Deutschlandsitz in Plochingen mit. «Die Begeisterung für das Turnier schafft eine positive Grundstimmung, die sich erfahrungsgemäß in einem spürbaren Umsatzplus niederschlägt.»

Werden wieder Hunderttausende Trikots verkauft?

Besonders profitieren dürften Fanartikel, Teamsport-Textilien und Fußbälle. Ein großes Augenmerk legen die Unternehmen auf den Verkauf von Trikots: Bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland hatten allein die rund 700 Intersport-Händler eine halbe Million Jerseys verkauft. Decathlon und Sport 2000 hatten damals keine Zahlen genannt, aber auch von sehr hohen Verkaufsquoten gesprochen. 

Enorm getrieben wurden die Verkäufe damals vom pinkfarbenen Auswärtstrikot der DFB-Elf. Es hatte bei den Kundinnen und Kunden einen Nerv getroffen und war zwischenzeitlich ausverkauft. «Das Trikot bleibt das Herzstück bei solch einem Turnier», teilte eine Decathlon-Sprecherin mit. Nach dem Erfolg 2024 suchten Fans weiterhin mutige und innovative Designs. Trikots seien längst «kein reines Stadion-Outfit mehr, sondern ein modisches Statement».

Intersport-Chef von Preen rechnete damit, dass je nach Verlauf der WM insgesamt ähnlich viele Trikots verkauft werden wie vor zwei Jahren. Bei den Trikots des DFB-Teams erwartete er aber eine andere Verteilung zwischen Heim- und Auswärtstrikots. Das weiße Heimtrikot sei bisher deutlich stärker gelaufen als 2024, sagte der Chef der Heilbronner Einkaufsgenossenschaft. Aber auch das dunkle Auswärtstrikot mit den hellblauen Elementen werde bereits sehr gut angenommen. 

Sport 2000 meldete einen erfolgreichen und den Erwartungen entsprechenden Verkaufsstart der DFB-Trikots. «Für das aktuelle Turnier rechnen wir daher mit einem stabilen, hohen Absatzniveau, jedoch ohne einen vergleichbaren Sondereffekt wie bei der EM 2024», hieß es. Man erhoffe sich jedoch einen Effekt davon, dass es die vorerst letzten WM-Trikots der deutschen Nationalmannschaft sein werden - zumindest aus dem Hause Adidas. Ab 2027 rüstet Nike den Verband aus.

Milliardenmarkt in Deutschland

Der Sportfachmarkt in Deutschland ist Milliarden schwer - und hart umkämpft. Die Branche profitiert nach wie vor von einem Trend zu Gesundheit und Sport. Platzhirsch ist Intersport, gefolgt von Sport 2000. Mit Abstand folgt Decathlon. 

Die Franzosen wollen ihre Marktposition hierzulande allerdings ausbauen - und eröffnen gerade fleißig Filialen. Aber auch die beiden Zusammenschlüsse von selbstständigen Sportfachhändlern expandieren. So wie es Decathlon in die Innenstädte zieht, setzt Intersport beispielsweise nun auf viel größere Läden. Diese sollen Familien und preissensiblere Kundinnen und Kunden ansprechen. Möglich machen das unter anderem Marktlücken - zum Beispiel durch den Wegfall von Modegeschäften und Warenhäusern mit Sportsortimenten.

Von Julian Weber, dpa
© dpa-infocom, dpa:260520-930-103288/2
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

ROBBIE WILLIAMS mit BODIES

RADIO REGENBOGEN

RADIO REGENBOGEN


Es läuft:
ROBBIE WILLIAMS mit BODIES