Turbulenter Prozessbeginn nach Angriff auf Rüstungskonzern
Fünf Pro-Palästina-Aktivisten stehen in Stammheim vor Gericht. Zum Auftakt kommen Dutzende Anhänger - und sorgen für ungewöhnliche Szenen im Gerichtssaal.
Fünf Pro-Palästina-Aktivisten stehen in Stammheim vor Gericht. Zum Auftakt kommen Dutzende Anhänger - und sorgen für ungewöhnliche Szenen im Gerichtssaal.
Sie brachen der Anklage zufolge nachts in ein israelisches Rüstungsunternehmen in Ulm ein, zerstörten dort viel Inventar, sprühten die Wände voll und verursachten einen Millionenschaden: Nun stehen fünf Pro-Palästina-Aktivisten in Stuttgart vor Gericht. Zum Auftakt kamen viele Anhänger in das streng gesicherte Justizgebäude in Stuttgart-Stammheim - und sorgten für einen turbulenten Prozessbeginn.
Zunächst verteilten Anhänger mehrfach Presseerklärungen an die Journalisten im Saal, die von Justizbeamten unmittelbar wieder eingesammelt wurden. Als die Angeklagten schließlich mit einer eineinhalbstündigen Verzögerung in Handschellen in den Saal geführt wurden, brachen mehrere Dutzend Zuschauer im Saal in Jubel und Geschrei aus, klatschen und schrien. Die Angeklagten grüßten ihre Anhänger, lächelten und zeigten das Friedenssymbol. Obwohl die Richterin niemandem das Wort erteilte, redeten die Anwälte wild durcheinander und stellten Anträge.
Den «Ulm5», wie sie sich selbst nennen - drei Frauen und zwei Männer mit irischer, britischer, spanischer und deutscher Staatsangehörigkeit zwischen 25 und 40 Jahren - wird nicht nur Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch vorgeworfen, sondern auch die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Sie sollen der Organisation «Palestine Action Germany» angehören. Die Angeklagten hatten sich am Tatort im September 2025 widerstandslos festnehmen lassen und sitzen seitdem unter anderem wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Sie hatten Bekennervideos für soziale Medien angefertigt.
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