Absatz von Porsche geht zurück. (Archivbild)
Marijan Murat/dpa
Absatz von Porsche geht zurück. (Archivbild)
Autoindustrie

Verkaufszahlen bei Porsche sinken – Hoffnung auf E-Cayenne

Porsche verkauft weltweit weniger Autos: besonders in China und Nordamerika schwächelt der Markt. Was sind die Gründe?

Der Sportwagenbauer Porsche meldet wegen der weiterhin schwierigen Lage in China und in Nordamerika einen sinkenden Absatz. Im ersten Quartal 2026 verkaufte die VW-Tochter weltweit 60.991 Fahrzeuge, wie das Unternehmen in Stuttgart mitteilte. Das waren 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Als Gründe nannte Porsche unter anderem das Auslaufen der Produktion des Cayman und Boxster mit Verbrenner sowie entfallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA.

Porsche-Vertriebsvorstand Matthias Becker sagte, der Absatz zwischen Januar und März liege im Bereich der Erwartungen. «Der Fokus in den kommenden Monaten liegt nun auf der Markteinführung des vollelektrischen Cayenne». Dieser wird ab Sommer ausgeliefert.

Stärkster Rückgang in China

Einer der Gründe für die Kaufzurückhaltung im Reich der Mitte ist, dass das Geld bei wohlhabenden Chinesen wegen der Immobilienkrise nicht mehr so locker sitzt. Außerdem ist Porsche sehr zurückhaltend bei Rabatten. In China ging der Absatz um 21 Prozent auf 7.519 Sport- und Geländewagen zurück. 

Auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt ist das Minus bei den Verkäufen deutlich geringer ausgefallen. Hier wurden von Januar bis März 18.344 Fahrzeuge verkauft. Das waren aktuell elf Prozent weniger.

Auch in anderen Regionen musste Porsche Einbußen hinnehmen. Lediglich auf dem Heimatmarkt verbuchten die Schwaben einen Anstieg der Verkäufe. Hier legten sie um vier Prozent auf 7.778 Fahrzeuge zu. In Europa ohne Deutschland brachen sie hingegen um 18 Prozent auf 14.710 Gelände- und Sportwagen ein.

Bei den weltweit verkauften Modellreihen lag der Cayenne weiterhin an der Spitze: Sein Absatz sank um vier Prozent auf 19.183 Fahrzeuge. Ab Sommer soll die vollelektrische Variante schrittweise eingeführt werden. Der Sportwagen 911 legte um 22 Prozent auf 13.889 Autos zu. 

Macan schwächelt besonders

Vom Macan wurden insgesamt 18.209 Autos verkauft, davon waren 10.130 Verbrenner. Letzterer wird laut Mitteilung in den meisten Ländern außerhalb der EU weiterhin parallel verkauft. Er wird noch bis diesen Sommer vom Band laufen. Auf die vollelektrische Variante des Macan entfallen 8.079 Stück.

Insgesamt gingen die Verkäufe beim Macan um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zurück. Als Gründe wurden der schleppende Anlauf der Elektromobilität, der Marktstart des elektrischen Macan im Vorjahreszeitraum sowie der Auslauf von Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA genannt.

Für den Volkswagen-Konzern ist die einstige Ertragsperle Porsche mittlerweile zur Belastung geworden. Das Ergebnis nach Steuern ist im vergangenen Jahr deutlich abgesackt - um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro. 2024 waren es noch fast 3,6 Milliarden Euro. Der Umsatz sank um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro. 

Die größte Belastung war eine strategische Kehrtwende, die Ex-Porsche-Chef Oliver Blume vor gut einem Jahr angestoßen hatte. Damals zeichnete sich ab, dass die ehrgeizigen E-Auto-Ziele des Managements nicht zu erreichen sind. 

Blume, der sich seit Anfang des Jahres vollständig auf Volkswagen konzentriert, hatte die Notbremse gezogen - und begründete das damit, dass die E-Mobilität sich in vielen Märkten deutlich langsamer entwickelt habe, als «wir und viele Experten es noch vor Jahren erwartet hatten». 2025 waren gut 22 Prozent der verkauften Porsche-Modelle reine Stromer.

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