Als Jack mit seiner Freundin Martha (Elle Fanning aus «Sentimental Value») zusammenziehen und das Luxus-Anwesen verlassen will, kommen düstere Abgründe und Geheimnisse ans Licht. Wie skurril das Familiengefüge ist, zeigt sich etwa in einer Szene am Esstisch, als Jacks Familie seine Freundin Martha kennenlernt. Der Vater fragt unverblümt in die Runde, wie ihre Oberweite aussehe und welche (Designer)-Marken sie trage.
Sexuelle Perversionen, Schock- und Ekelmomente
Generell verlieren sich die Familienmitglieder in sexuellen Perversionen, teils inzestuösen Spannungen, Mord und Totschlag. Einige Szenen haben einen erheblichen Ekel- und Schockfaktor. Dennoch bietet «Rosebush Pruning» mit viel schwarzem Humor über weite Teile auch unterhaltsame Momente und besticht stilistisch durch leuchtende Farben und opulente Bilder.
Der rund eineinhalb Stunden lange Film kritisiert offenkundig das ausschweifende Leben von Superreichen und die Machtstrukturen des Patriarchats. Viele Szenen setzen dabei aber mehr auf Unterhaltung und klar auf Provokation als auf Tiefsinn. Der Thriller erhielt nach der Weltpremiere bei der Berlinale gemischte Kritiken, dort lief «Rosebush Pruning» im Wettbewerb.
Regisseur Aïnouz sagte, er habe sich für die Geschichte lose von dem italienischen Spielfilm «Mit der Faust in der Tasche» von Marco Bellocchio aus dem Jahr 1965 inspirieren lassen. Das Drehbuch schrieb Efthymis Filippou, der für seine Arbeit mit dem griechischen Regisseur Yorgos Lanthimos («The Lobster», «The Killing of a Sacred Deer») bekannt ist.
Von Sabrina Szameitat, dpa
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