Wo kann man in Deutschland die Gala schauen?
Hartgesottene Oscar-Fans müssen die Nacht durchmachen. ProSieben überträgt die Verleihung live aus Hollywood zum 28. Mal – vom roten Teppich moderiert wieder Steven Gätjen. Der Sender steigt ab 23.30 Uhr am Sonntag deutscher Zeit ein, die Show startet um Mitternacht. In Kalifornien fällt der Startschuss nachmittags um 16.00 Uhr. Die USA haben dann bereits auf Sommerzeit umgestellt und der Zeitunterschied nach Deutschland beträgt nur acht statt der üblichen neun Stunden.
Die hauseigene Streamingplattform Joyn des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 ist schon ab 22.00 Uhr am Red Carpet und bei der anschließenden Show dabei. Auch der Streamingdienst Disney+ überträgt die Gala live in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Oscar-Verleihung in Kriegszeiten
Könnten die Oscar-Verleihung wegen des seit Ende Februar laufenden Iran-Kriegs ausfallen? Wäre eine Absage des roten Teppichs denkbar? Kurz vor dem Event gibt es dafür keine Anzeichen. Die Entertainment-Metropole hält an dem Motto «The Show Must Go On» fest. Die Oscar-Organisatoren sprachen aber über verschärfte Sicherheitsvorkehrungen mit Unterstützung vom FBI und der örtlichen Polizei. Jedes Jahr sei es ihr Anliegen, dass sich jeder «sicher, geschützt und willkommen» fühle, sagte Produzent Raj Kapoor auf einer Pressekonferenz.
Eine Absage gab es in der langen Academy-Geschichte nie, Show-Verzögerungen erst wenige Male. Nach einer Flutkatastrophe in Los Angeles wurde die Verleihung 1938 um eine Woche verschoben. 1968 fand die Feier zwei Tage später als geplant statt. Grund war die Beisetzung des ermordeten Bürgerrechtlers Martin Luther King. Wegen eines Attentats auf US-Präsident Ronald Reagan wurde die Show 1981 um einen Tag verschoben. Reagan überlebte den Anschlag schwer verletzt. Während der Corona-Pandemie wurde die Vergabe 2021 in einem deutlich kleineren Rahmen auf Ende April verschoben.
Wer ist nominiert?
Mit sensationellen 16 Nominierungen geht das musikalische Vampir-Südstaatendrama «Sinners» (dt. Titel «Blood & Sinners») von Regisseur Ryan Coogler als großer Favorit ins Oscar-Rennen und übertrumpft damit bisherige Rekordhalter wie «Alles über Eva» (1950), den «Titanic»-Blockbuster (1998) und das Film-Musical «La La Land» (2017), die jeweils 14 Gewinnchancen hatten.
Abräumen könnte auch der schwarzhumorige Politthriller «One Battle After Another» von Regisseur Paul Thomas Anderson (13 Nominierungen), gefolgt von dem Monsterfilm «Frankenstein», der Tragikomödie «Marty Supreme» und dem norwegischen Familiendrama «Sentimental Value» mit je neun Gewinnchancen. Acht Nennungen gab es für das Drama «Hamnet» über die Shakespeare-Familie. Neben diesen sechs Favoriten sind in der Topsparte «Bester Film» weitere vier Werke im Rennen - «Train Dreams», «Bugonia», «The Secret Agent» und der Rennsport-Streifen «F1».