Die Kehrseite des Erfolgs
Der große Ruhm hatte für den in London geborenen Weltstar, der als Kind am West End Theater spielte, jedoch auch Schattenseiten. Sein Privatleben litt. Drei Scheidungen sind die Folge. Die erste inspirierte ihn angeblich zu «In The Air Tonight». Auch Herzschmerz-Balladen wie «Against All Odds» oder «Separate Lives» geben einen Einblick in Collins' Seelenleben.
Nach der Scheidung von der Schweizerin Orianne im Jahr 2006 flüchtete sich der Musiker in Alkohol. «Ich betrinke mich nie während der Arbeit», erinnerte er sich in seiner Autobiographie «Not Dead Yet» (Deutscher Titel: «Da kommt noch was»). «Das bedeutet jedoch nur, dass ich umso heftiger trinken muss, wenn ich nicht bei der Arbeit bin.» Die Trinkerei bescherte ihm eine akute Pankreatitis, eine gefährliche Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
2016 kam er überraschend wieder mit Orianne zusammen. Doch die zweite Beziehung mit der Mutter seiner Söhne Matthew und Nicholas hielt nur ein paar Jahre. Sie endete in einem hässlichen Rechtsstreit, den die berüchtigte britische Boulevard-Presse genüsslich ausschlachtete.
Comeback mit neuer Musik?
Die Hoffnung auf neue Musik hat Phil Collins auch nach dem Abschied von der Bühne nie aufgegeben. «Testify», sein letztes Studioalbum mit eigenen Songs, liegt fast 25 Jahre zurück. «Ich war zu faul», sagte er schon 2017 der Deutschen Presse-Agentur in London. «Ich sollte wohl mal wieder einen Finger bewegen und etwas Neues machen.» Außer einer Zusammenstellung mit Raritäten kam nichts.
In seinem jüngsten BBC-Interview stellte Collins neue Musik in Aussicht. Zumindest könne er sich die Rückkehr ins Studio vorstellen. Und dort: «Ein bisschen herumprobieren und sehen, ob da noch Musik in mir steckt», sagte er. «Man muss einfach erstmal loslegen, um herauszufinden, ob man es noch kann.»
Von Philip Dethlefs, dpa
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