Die jüngsten Entwicklungen könnten darauf hindeuten, dass die Militärführung in dem südostasiatischen Krisenland begrenzte Kontakte zu der prominenten Gefangenen wieder zulässt. Ob daraus ein regelmäßiger Austausch mit ihrer Familie wird, ist allerdings offen. Noch im Sommer hatte ihr Sohn öffentlich beklagt, seit Jahren keine verlässlichen Informationen über ihre Situation erhalten zu haben.
Anfang August hatte schließlich ein Vertreter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) Suu Kyi besuchen können. Es war der erste öffentlich bekanntgewordene Kontakt mit einem unabhängigen internationalen humanitären Akteur seit ihrer Festnahme.
Schwere Krise im früheren Birma
Suu Kyi war jahrzehntelang die bekannteste Oppositionspolitikerin Myanmars und erhielt 1991 den Friedensnobelpreis für ihren gewaltlosen Einsatz für Demokratie. Bereits von 1989 bis 2010 verbrachte sie insgesamt 15 Jahre isoliert unter Hausarrest. In ihrer Heimat ist sie bis heute sehr beliebt.
Seit dem Putsch von 2021 befindet sich das frühere Birma in einer schweren Krise. Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen das Militär prägen das Land. Nach einer international sehr umstrittenen Wahl wurde Armeechef Min Aung Hlaing im April vom Parlament zum Präsidenten erklärt. Kritiker und internationale Beobachter sehen darin jedoch keinen echten demokratischen Prozess, sondern eine Inszenierung zur Festigung der Militärmacht.
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