Trump will den Iran mit massiven Bombardierungen auch ziviler Infrastruktur in die «Hölle» befördern, er beschimpft die Führung in Teheran als «verrückte Mistkerle» und stellt neue Ultimaten. Damit will er den Iran dazu bewegen, die für den Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt zu öffnen. Der Iran ist den USA militärisch unterlegen, doch die Blockade der Meerenge ermöglicht es der Führung in Teheran, die USA und die ganze Welt wirtschaftlich unter Druck zu setzen.
Hier ein Blick auf die Lage in der Straße von Hormus - und eine chronologische Auswahl von Trumps teils widersprüchlichen Äußerungen und Drohungen dazu:
- 28. Februar: Bis zum Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran verläuft der Schiffsverkehr in der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitestgehend ungestört. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wird durch das an der schmalsten Stelle nur etwa 50 Kilometer breite Nadelöhr transportiert. Auch für den Transport von Flüssiggas, Helium und Dünger ist die Meerenge entscheidend.
- Anfang März: Nach iranischen Angriffen auf Schiffe und mehreren Drohungen kommt der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus praktisch zum Erliegen. Die Weltmarktpreise für Öl und Gas steigen sprunghaft an.
- 15. März: Trump drängt die Nato-Partner mit drastischen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der Meerenge. Die Nato werde vor einer «sehr schlechten» Zukunft stehen, sollten die Partner den USA dabei nicht helfen, sagt Trump.
- 16. März: Europäische Nato-Partner wie Großbritannien, Frankreich und Deutschland lehnen einen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus während des Kriegs ab. Ein Sprecher der Bundesregierung sagt in Berlin: «Dieser Krieg hat mit der Nato nichts zu tun.»
- 16. März: Trump wiederholt seine Forderung an die Partner und fügt hinzu, die USA hätten der Nato schließlich auch mit der Ukraine geholfen, obwohl das Land von den USA weit entfernt sei.
- 17. März: Trump kritisiert die Nato-Verbündeten und klagt, sie begingen einen «törichten Fehler». Gleichzeitig betont er nun, die USA bräuchten deren Hilfe gar nicht. «Weil wir solche militärischen Erfolge erzielt haben, "brauchen" oder wünschen wir uns die Unterstützung der NATO-Staaten nicht mehr – DAS HABEN WIR NIE GETAN!», erklärt er auf Truth Social.
- 20. März: Trump bezeichnet die Nato-Verbündeten auf seiner Plattform in Großbuchstaben als «FEIGLINGE». Ohne die USA sei das Verteidigungsbündnis ein zahnloser Tiger. Jetzt, da der Kampf militärisch «GEWONNEN» sei, beschwerten sie sich über die hohen Ölpreise, würden aber nicht dabei helfen, die Meerenge zu öffnen, schreibt er.