Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif rückt in die Rolle eines wichtigen Vermittlers im Iran-Krieg
Jacquelyn Martin/AP POOL/dpa
Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif rückt in die Rolle eines wichtigen Vermittlers im Iran-Krieg
Krise in Nahost

Pakistan vermittelt im Iran-Krieg - Waffenruhe für Libanon

Bei den diplomatischen Bemühungen im Iran-Konflikt rückt Pakistan immer mehr in eine zentrale Rolle. Für den Libanon deutet sich nach US-Angaben Entspannung an.

Im Iran-Krieg ist die Krisendiplomatie zur Beilegung des Konflikts fortgesetzt worden. Der pakistanische Premierministers Shehbaz Sharif flog von Saudi-Arabien nach Katar, um eine Lösung des Konflikts zu sondieren. Pakistan selbst habe «offene Gesprächskanäle mit den betroffenen Parteien aufrechterhalten», sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad. Spekulationen über schnelle weitere Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA bestätigte der Sprecher nicht.

Aus Diplomatenkreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, ein neuer Gesprächstermin zwischen den Kriegsparteien werde erst nach der Rückkehr von Sharif am Samstag festgelegt. Der Premierminister ist seit Mittwoch auf einer mehrtägigen Reise unterwegs, die ihn zum Abschluss in die Türkei führt.

Bis zum kommenden Mittwoch gilt eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Erste Verhandlungen in Islamabad zwischen den Kriegsparteien endeten am vergangenen Wochenende ohne Ergebnis. 

USA jederzeit zu neuen Angriffen bereit 

Die USA halten sich nach den Worten von Verteidigungsminister Pete Hegseth alle Optionen offen. Der Iran werde genaustens überwacht, welche Waffen er momentan wo in Stellung bringe. Die Drohung Teherans, Schiffe in der Straße von Hormus zu beschießen, sei keine - vom Iran so dargestellte - «Kontrolle», vielmehr handle es sich um einen Akt von «Piraterie» und «Terrorismus», so Hegseth. Die USA seien auf Knopfdruck zur Wiederaufnahme der Angriffe bereit. Die iranische Führung solle «weise entscheiden», sagte Hegseth.

Pakistans Armeechef auf Mission

Unterdessen traf Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, in Teheran zu Gesprächen ein. Nach Angaben iranischer Sender wollte er auch den einflussreichen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf treffen. Munir gilt als zentraler, ungewählter Entscheider in Pakistan und als harter Verhandler. Schon vor Beginn des Iran-Kriegs hatte sich US-Präsident Donald Trump immer wieder positiv über den Feldmarschall geäußert. Munir war mehrfach im Weißen Haus eingeladen. Dies ist eine außergewöhnliche Ehre für einen Militär ohne ziviles Staatsamt. 

Aus Diplomatenkreisen hieß es, Feldmarschall Munir treffe sich in der Türkei mit Premier Sharif, bevor er dann in die USA weiterreise. In der Türkei findet ab Freitag eine regionale Diplomatie-Konferenz statt.

Trump kündigte Waffenruhe für den Libanon an

Im Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz zeichnete sich etwas Entspannung ab. Gut sechs Wochen nach Beginn der jüngsten Eskalation verkündete US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe für das Land. Sie solle um Mitternacht (Ortszeit, 23.00 Uhr MESZ) beginnen und zunächst zehn Tage dauern, schrieb er nach Gesprächen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social. Er werde beide zu einem Treffen im Weißen Haus einladen. 

Die libanesische Regierung ist keine aktive Konfliktpartei und bemüht sich um Deeskalation. Die Hisbollah kündigte ihrem Fernsehsender Al-Manar zufolge an, Israels Verpflichtung zur Waffenruhe zu beobachten.

Hisbollah unterstützt Iran im Kampf gegen Israel

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar liefern sich auch die vom Iran unterstützte Hisbollah und das israelische Militär eine schwere Konfrontation. Als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seit Anfang März erneut Raketen in Richtung Israel. Die israelische Luftwaffe reagiert seitdem mit heftigen Luftangriffen. Dabei kam es zu schweren Kämpfen im Süden und zu Angriffen im Osten sowie der Hauptstadt Beirut und deren Vororten. Das israelische Militär rückte in einer Bodenoffensive zudem weiter in den Süden des Nachbarlandes vor und lieferte sich im Grenzgebiet Bodenkämpfe mit der Hisbollah.

Der neue Durchbruch folgt auf direkte Gespräche in Washington, bei denen die Botschafter der verfeindeten Länder sich erstmals seit Jahrzehnten direkt zu politischen Verhandlungen trafen. Schon zuvor hieß es nach US-Angaben, dass die Gespräche zu einem «umfassenden Friedensabkommen» führen könnten.

Die Verhandlungen mit dem Libanon verfolgten zwei zentrale Ziele, sagte Netanjahu laut Angaben seines Büros vom Mittwochabend: Die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz «und zweitens einen dauerhaften Frieden. Frieden durch Stärke.» Die libanesische Regierung, die keine Partei im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanons erreichen.

Angebot Deutschlands für Mission in der Straße von Hormus

Die internationalen Bemühungen, die Schifffahrt durch die Meerenge von Hormus wieder dauerhaft zu ermöglichen, gehen ebenfalls weiter. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will bei den Beratungen über eine mögliche Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus am Freitag in Paris ein konkretes Angebot für eine Beteiligung der Bundeswehr machen. Die Marine soll nach einem Ende der Kampfhandlungen für eine solche Mission Minenjagdboote, ein Versorgungsschiff und Luftaufklärung bereitstellen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. 

Die Bundeswehr verfügt derzeit über acht Minenjagdboote und zwei Einsatzboote für Minentaucher. Wie viele davon zum Einsatz kommen könnten, ist noch unklar. Zahlen will Merz den Angaben zufolge am Freitag noch nicht nennen. Initiiert wurde das Treffen in Paris von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer.

Von den dpa-Korrespondenten
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