Bringt bei seinem Besitzanspruch auf Grönland nun auch Zölle ins Spiel - US-Präsident Donald Trump.
Alex Brandon/AP/dpa
Bringt bei seinem Besitzanspruch auf Grönland nun auch Zölle ins Spiel - US-Präsident Donald Trump.
Konflikte

Trump droht Gegnern seiner Grönland-Pläne mit Zöllen

US-Präsident Trump will Grönland, daran lässt er keinen Zweifel. Länder, die sich dem widersetzen, droht er nun mit seinem Lieblingsinstrument.

US-Präsident Donald Trump droht Ländern, die sich seinem Besitzanspruch auf Grönland entgegenstellen, mit Zöllen. Er werde möglicherweise Zölle gegen solche Länder verhängen, weil die USA Grönland für ihre nationale Sicherheit bräuchten, sagte Trump im Weißen Haus. Konkreter wurde er nicht. Zuvor hatte Trump darüber gesprochen, wie er europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich in anderen Zusammenhängen mit Zöllen gedroht hatte, um seine Interessen durchzusetzen.

Trump sorgt mit seinem Besitzanspruch auf Grönland seit Tagen für große Unruhe in der Nato. Deutschland und weitere europäische Mitglieder der Allianz wollen nun für mehr Sicherheit auf der riesigen Arktisinsel sorgen. 

Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet Dänemarks. Trump hat mehrfach deutlich gemacht, dass Amerika sich die größtenteils von Eis bedeckte Insel einverleiben will – was die europäischen Nato-Partner vehement ablehnen. 

Krisengespräch ohne greifbares Ergebnis

Krisengespräche zwischen den USA, Dänemark und Grönland hatten ohne greifbare Ergebnisse geendet. Trump argumentiert, Grönland müsse den USA gehören, damit nicht die Russen und Chinesen zusätzlich Einfluss in der Region gewinnen.

Am Mittwoch kündigten Deutschland und andere Nato-Staaten dann eine Erkundungsmission für mögliche Militärübungen auf Grönland an. Ein Team der Bundeswehr mit 15 Soldaten war am Nachmittag unterwegs in die Hauptstadt Nuuk. Die Mission wird von Dänemark angeführt. Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande schicken Soldaten.

Die US-Regierung zeigte sich von der Entsendung zunächst unbeeindruckt. «Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben», sagte Trumps Regierungssprecherin Karoline Leavitt am Donnerstag.

© dpa-infocom, dpa:260115-930-551475/7
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