Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reagiert mit europäischen Partnern auf Trumps Ankündigungen. (Archivbild)
Kay Nietfeld/dpa
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reagiert mit europäischen Partnern auf Trumps Ankündigungen. (Archivbild)
Konflikt um Grönland

Nach Trumps Zoll-Eklat: Europäer warnen vor Eskalation

US-Präsident Donald Trump hat im Grönland-Konflikt zusätzliche Zölle für acht europäische Partner angekündigt. Die Betroffenen geben nun Kontra.

Deutschland und die übrigen betroffenen europäischen Länder wenden sich gemeinsam gegen die Drohung von US-Präsident Donald Trump mit Strafzöllen im Grönland-Konflikt. «Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer Eskalation», heißt es in einer gemeinsamen Erklärung Deutschlands mit Dänemark, Finnland, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und Großbritannien. Man werde koordiniert reagieren. «Wir sind entschlossen, unsere Souveränität zu wahren.»

Hintergrund ist der Konflikt mit den USA um die Ansprüche von Präsident Trump auf das zu Dänemark gehörende Grönland. Trump hatte in einem beispiellosen Schritt am Samstag unter Verweis auf den Konflikt zusätzliche Zölle ab Februar gegen Deutschland und die anderen sieben Staaten angekündigt – alle von ihnen Nato-Länder. Anstoß nahm Trump an deren gemeinsamer militärischer Erkundungsmission auf Grönland. Die 15 beteiligten Bundeswehr-Soldaten wurden nach offiziellen Angaben inzwischen wieder zurückbeordert.

«Für niemanden eine Bedrohung»

In der gemeinsamen Erklärung der acht Staaten hieß es: «Als Alliierte der Nato sind wir der Stärkung der Sicherheit in der Arktis verpflichtet. Dies ist ein gemeinsames transatlantisches Interesse.» Die von Dänemark koordinierte Übung «Arctic Endurance» sei eine Antwort auf die Notwendigkeit größerer Sicherheit in der Arktis. «Die Übung stellt für niemanden eine Bedrohung dar», erklärten die acht Länder.

Und weiter: «Wir stehen in voller Solidarität an der Seite des Königreichs Dänemark und der Bevölkerung Grönlands. Aufbauend auf dem letzte Woche begonnenen Prozess sind wir bereit, in einen Dialog einzutreten, auf Grundlage der Prinzipien der Souveränität und territorialen Integrität. Wir stehen fest zu diesen Prinzipien.» 

Der US-Präsident will die zum Königreich Dänemark gehörende Insel den USA einverleiben – was die europäischen Nato-Partner vehement ablehnen. Die angekündigten US-Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt werde, schrieb Trump auf Truth Social. Ab dem 1. Februar sollen demnach 10 Prozent für in die USA gesendete Waren fällig werden, ab dem 1. Juni 25 Prozent.

© dpa-infocom, dpa:260118-930-560042/5
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