Der FSV Mainz 05 ist erstmals in der Vereinshistorie in ein Europapokal-Viertelfinale eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer besiegte Sigma Olmütz im Achtelfinal-Rückspiel der Conference League verdient mit 2:0 (0:0). Das Hinspiel in Tschechien war 0:0 ausgegangen.
Im ausverkauften Mainzer Stadion erzielten Stefan Posch (46. Minute) und Armindo Sieb (82.) die Tore für die Rheinhessen. Der FSV beendete die Partie in Überzahl, weil Olmütz-Mittelfeldspieler Peter Barath Gelb-Rot sah (76.). Im Viertelfinale trifft der Bundesligist auf Racing Straßburg.
Mainz erspielt sich früh Chancen
«Wir wissen, wir können heute etwas Großartiges erreichen, was es hier noch nie gab», sagte der derzeit verletzte Mainzer Spielmacher Nadiem Amiri bei RTL+ vor der Partie und auch die Fans stimmten ihre Mannschaft mit einer großen Choreographie auf die große Chance ein. «Lasst uns alle Zweifel vertreiben, wir werden heut Geschichte schreiben», lautete das Motto.
Und auf dem Platz machten die Mainzer gleich Druck. Phillip Tietz scheiterte aus leicht spitzem Winkel am aufmerksamen Olmütz-Torwart Jan Koutny (5.), Nelson Weiper köpfte aus aussichtsreicher Position direkt in die Arme des Torhüters (9.). Auf der Gegenseite hatte Danijel Sturm die erste Gelegenheit für die Gäste. Der Slowene zielte jedoch nicht genau genug.
Mainz blieb in der Folge die bessere Mannschaft. Auch ein Versuch aus 18 Metern von Phillipp Mwene, der knapp am Tor vorbeiflog, sowie ein Kopfball von Weiper führten jedoch nicht zur ersehnten Führung.
Traumstart nach der Pause
Für die sorgten die Gastgeber dann direkt nach der Pause. Keine Minute war nach Wiederanpfiff gespielt, da flankte Paul Nebel in den Strafraum und der aufgerückte Innenverteidiger Stefan Posch ließ Koutny mit einem platzierten Kopfball keine Abwehrchance. Für den Österreicher war es das erste Tor in einem Pflichtspiel für Mainz.
Das Fischer-Team suchte die schnelle Entscheidung. Das Fehlen von Kreativspieler und Ausnahmefußballer Amiri kompensierte der Tabellen-13. der Bundesliga gut.
Tietz als Aktivposten - Nebel an die Latte
Mainz machte weiter Druck. Vor allem der sehr aktive und auffällige Tietz sorgte immer wieder für Alarm im und rund um den gegnerischen Strafraum. Knapp zehn Minuten nach dem 1:0 kam der 28-Jährige erst mit einem Pass zum frei stehenden Weiper nicht durch und schoss dann aus guter Position über das Tor.
Die Ausgangslage für Mainz wurde trotzdem besser: Nach einem Foul an Tietz musste Barath den Platz verlassen. Den anschließenden Freistoß schoss Nebel an die Latte. Der eingewechselte Sieb machte mit seinem Treffer dann alles klar. Die Mainzer können sich nun auf mindestens zwei weitere europäische Festabende freuen.