Beim Ausblick auf das Pokal-Halbfinale äußerten die Bayern unisono nur einen Wunsch. «Ein Heimspiel wäre wünschenswert», sagte Joshua Kimmich. Und der Gegner? «Es kann kommen, wer will», tönte Teamkollege Aleksandar Pavlovic angesprochen auf die Auswahl aus Titelverteidiger VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen und SC Freiburg bei der Auslosung am 22. Februar.
Nein, aufhalten lassen will sich der Rekord-Pokalsieger nach dem keinesfalls spektakulären, aber Bayern-typischen 2:0 (0:0) gegen RB Leipzig am 21./22. April auf dem Weg ins Endspiel (23. Mai) von niemandem mehr. «Es wird wieder Zeit, dass wir nach Berlin kommen», sagte Kapitän Manuel Neuer.
Eine gefühlte Ewigkeit liegen das letzte Finale und der 20. Pokalsieg zurück, wie Bayern-Chef Jan-Christian Dreesen anschaulich beschrieb. «Wir haben eine große Sehnsucht nach Berlin. Der ganze Club will ins Finale. Das letzte Mal, als wir in Berlin waren, waren keine Zuschauer im Stadion. Es war noch Corona.»
Wie mit Flick und Heynckes?
Das Pandemiejahr 2020 war zudem die historische Bayern-Phase, als unter Trainer Hansi Flick sechs Titel eingesammelt wurden, darunter das zweite Triple nach 2013 (mit Jupp Heynckes). Und der Traum vom dritten Triple lebt in dieser Saison unter Vincent Kompany gerade immer mehr auf. «Der Drang ist da, gerade mit der Mannschaft, die wir jetzt haben», bestätigte Neuer.
Der bald 40 Jahre alte Torwart hat in 15 Jahren beim FC Bayern längst ein Gespür für Triple-Teams entwickelt. «Jeder sieht, dass wir Spaß haben, dass wir zusammen an einem Strang ziehen. Ähnliche Situationen haben wir schon erlebt», sagte der Torwart. Kann er seine große Karriere nochmals krönen?
Auch wenn die entscheidenden Triple-Schritte erst nach einem eher ruhigen Februar mit ungewöhnlich viel Zeit zum Durchschnaufen und Trainieren erst im knackigen Frühjahr kommen, wächst der Glaube an einen goldenen Mai.
Kimmich: Bayern München ist im Moment sehr sexy
«Wir sind in einer wirklich guten Situation, in einer viel besseren als letztes Jahr», sagte Torjäger Harry Kane, der als eiskalter Elfmeterschütze gemeinsam mit dem ebenfalls erneut treffenden Wirbelwind Luis Díaz innerhalb von drei Minuten die Leipziger ein drittes Mal in dieser Saison auf die Bretter schickte.