Lionel Messi (r.) nach seinem WM-Rekordtor.
Jessica Tobias/AP/dpa
Lionel Messi (r.) nach seinem WM-Rekordtor.
Fußball-WM

Klose abgelöst: Messis Rekordtore bringen Argentinien weiter

Lionel Messi braucht ein paar Anläufe für die neue WM-Bestmarke - auch ein verschossener Elfer ist dabei. Doch dann trumpft der Superstar gegen Österreich auf. Argentinien steht in der K.-o.-Runde.

Mitspieler und Gegner fielen dem nun alleinigen WM-Rekordtorschützen Lionel Messi in die Arme und huldigten dem überglücklichen Superstar. Nach seinen drei Toren zum WM-Auftakt gegen Algerien schoss Messi Argentinien mit einem weiteren Doppelpack beim 2:0 (1:0) gegen Österreich vorzeitig in die K.-o.-Runde, nachdem er zuvor noch einen Foulelfmeter verschossen hatte (9. Minute). 

«Ich bin sehr glücklich. Der Sieg war sehr wichtig, er verschafft uns Ruhe», sagte der Kapitän des Titelverteidigers nach dem Spiel. Nach seinen WM-Treffern 17 und 18 (38./90.+5) lachte Messi zwei Tage vor seinem 39. Geburtstag im Dallas-Stadion ausgelassen und feierte nach den zahlreichen Glückwünschen mit den Fans auf dem Rasen und reckte die Fäuste hoch.

Klose gratuliert zum Rekord

«Lionel Messi ist für mich der beste Fußballer aller Zeiten! Glückwunsch, Champion!», sagte der entthronte Miroslav Klose in einer schnellen Reaktion darauf der «Süddeutschen Zeitung». Der deutsche Weltmeister von 2014 war bis zum Turnierstart mit 16 WM-Treffern noch Rekordtorschütze gewesen.

Die Bestmarke hätte Messi vor 70.649 Zuschauern im Dallas-Stadion auch schon früher haben können, doch den Elfmeter verschoss er für seine Verhältnisse fast schon dilettantisch. Der Ball ging etwa einen halben Meter am Pfosten vorbei. Laut des Datenanbieters Opta ist Messi nun der Spieler mit den meisten Elfmeterversuchen (7) sowie vergebenen Elfmetern (3) in der WM-Geschichte - ohne Elfmeterschießen. 

Rekordtor in persönlich schwierigen Zeiten

Sein Rekordtor knapp 30 Minuten später feierte Messi ausgiebig mit den Teamkollegen an der Eckfahne. Zum WM-Start gegen Algerien hatte er einen Hattrick erzielt. Persönlich macht der Superstar aktuell keine einfache Zeit durch. Sein Vater Jorge hat große gesundheitliche Probleme, in einer Sendung des argentinischen Streamingdienstes Luzu TV war der 68-Jährige sogar fälschlicherweise schon für tot erklärt worden. 

Argentinien tritt zum Gruppenabschluss am kommenden Sonntag (4 Uhr MESZ) gegen Jordanien erneut im Dallas-Stadion an. Zur selben Zeit spielt Österreich im Kansas-City-Stadion gegen Algerien. 

Strafstoß nach Videobeweis

Das Spiel begann eigentlich wie gemalt für Messi: Nachdem Xaver Schlager und Stefan Posch den Argentinier Lautaro Martínez im Strafraum in die Zange genommen und von den Beinen geholt hatten, zeigte der Schiedsrichter nach Videobeweis doch noch auf den Punkt. Doch ausgerechnet bei der vermeintlich einfachsten Torchance versagten Messi die Nerven. 

Danach schlug er die Hände vors Gesicht und schüttelt ungläubig den Kopf. Ein böses Omen muss das für Argentinien nicht sein: Auch beim WM-Triumph 2022 hatte Messi im Turnierverlauf gegen Polen einen Elfmeter verschossen.

Alaba verhindert zwei weitere Messi-Tore 

Bei Messis zweiter Chance kam ihm David Alaba in die Quere. Der Ex-Bundesligaprofi spitzelte dem Argentinier gerade noch so den Ball vom Fuß und hätte dabei fast ein Eigentor erzielt (19.). Doch Österreichs Torwart Alexander Schlager rettete. 13 Minuten später war erneut Alaba zur Stelle, als er einen gefährlichen Schuss von Messi blockte. 

Doch dann konnte nichts und niemand Messi stoppen: Nach einer schönen Hereingabe von Linksaußen durch Facundo Medina vollendete Messi mit seinem linken Zauberfuß in gewohnter Torjäger-Manier.

Sabitzer beim Außenseiter auffällig

Österreichs Trainer Ralf Rangnick hatte vor der Partie gefordert, seine Mannschaft müsse gegen Messi zeigen, «dass wir eine der besten Mannschaften sind bei dieser WM sind». Doch den Superstar bekamen die Österreicher nie so richtig in den Griff. Auch mit dem Pressing waren sie nicht so erfolgreich wie erhofft, auch wenn der Dortmunder Marcel Sabitzer vor Messis Tor sogar die Chance zur Führung (23.) hatte. 

Sabitzer eröffnete nach dem Seitenwechsel auch die erhoffte Aufholjagd des Außenseiters. Seinen Freistoß konnte Argentiniens Torwart Emiliano Martínez aber mit einer spektakulären Flugeinlage parieren. Die Österreicher hatten in der zweiten Halbzeit mehr Ballbesitz, Argentinien lauerte noch mehr auf Konter. Nicólas Gonzalez verpasste per Kopf nach einer Messi-Ecke knapp das 2:0 (73.). In der Nachspielzeit machte Superstar Messi alles klar.

Von Jörg Soldwisch, dpa
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