«Mercedes hatte ein bisschen mehr Geschwindigkeit als wir, vielleicht nicht so ganz wie gestern», räumte Leclerc ein. Wäre ein früherer Boxenstopp für ihn hilfreich im Kampf um den Sieg gewesen? «Ich glaube nicht, dass es gereicht hätte», meinte Leclerc.
Audi holt gleich Punkte
Der 35. Weltmeister der Formel-1-Geschichte, Lando Norris, kam am Sonntag im McLaren nicht über Platz fünf hinaus. Sechster nach Startplatz 20 wurde noch Max Verstappen im Red Bull. An der Spitze feierte aber Mercedes seinen 61. Doppelerfolg und hofft nach vier enttäuschenden Jahren auf eine neue Silberpfeil-Ära.
Audi musste bei seiner Premiere als Werksteam ein Aus noch vor dem Erlöschen der Roten Ampeln von Nico Hülkenberg verkraften. Doch dafür schaffte es der Brasilianer Gabriel Bortoleto sehr zum Vergnügen von Audi-Boss Gernot Döllner als Neunter gleich in die Punkte.
Desaster für Lokalheld Piastri
Nach 91 Tagen Grand-Prix-Pause erwischte Leclerc im Ferrari einen starken Start. Der Monegasse nutzte die neue Startphase mit fünf Sekunden Puffer, ehe die Roten Ampeln erlöschen, am besten, um auf die richtige Drehzahl zu kommen. Noch vor der ersten Kurve zog Leclerc an Mercedes-Fahrer Russell vorbei, der in der Qualifikation noch souverän seine achte Pole Position errungen hatte. «Es war ein irrer Kampf», meinte Russell über diese furiose Anfangsphase auf dem Albert Park Circuit.
Oscar Piastri war da längst Zuschauer. Der WM-Dritte der vergangenen Saison kam auf dem Weg in die Startaufstellung ausgangs von Kurve vier auf den Randstein, verlor die Kontrolle über seinen McLaren und krachte in die Streckenbegrenzung. Ein Schock für den gebürtigen Melbourner Piastri, seine Familie und Fans.
Schock für Audi und Hülkenberg
«Es war eine Kombination einiger Dinge: kalte Reifen, ich habe den Randstein am Ausgang der Kurve erwischt, das war mein Fehler, und ich hatte mehr Leistung, als ich erwartet hatte», erklärte Piastri zerknirscht sein Aus. «Ein sehr enttäuschendes Ende. Es schmerzt sehr.» Damit bleibt es dabei: Einen Australier auf dem Podium des Heim-Grand-Prix gibt es weiter nicht.
Und auch Nico Hülkenberg erlebte ein Desaster. Technische Probleme zwangen den Rheinländer mit seinem Audi noch vor dem Start in die Garage. Aber auch von dort konnte der einzige deutsche Fahrer im Feld nicht Gas geben. Vor den Augen von Unternehmenschef Gernot Döllner war es zunächst ein frustrierender Start für den deutschen Hersteller, der seine Premiere als Werksteam in der Motorsport-Königsklasse feiert.
Leclerc vs. Russell
Was für ein Auftakt 2026 der neuen Formel 1, die die größte Regelrevolution ihrer Geschichte mit neuen Motoren und neuen Autos ausgerufen hat. Da fast 50 Prozent der Leistung von einer Batterie kommen, sind die Fahrer zu permanentem Energie-Management gefordert. Sie müssen die richtige Balance zwischen Aufladen und Angreifen finden. So sollen die Rennen unberechenbarer werden.