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​Medikamentenstudie soll Plazenta schneller wachsen lassen - 11 Babys sterben

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"Patienten zu schaden, ist das Letzte, was man will."

Die Studie sollte das Wachstum der Babys fördern - das Gegenteil ist passiert. Bei der Sildenafil-Studie starben 11 Babys.

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In den Niederlanden startete im Jahr 2015 eine Studie, die den Wirkstoff Sildenafil an 250 schwangeren Frauen testen sollte. Dem Wirkstoff, der auch einen Bestandteil von dem Potenzmittel Viagra darstellt, wurde eine wachstumsfördernde Wirkung nachgesagt. Die Wissenschaftler erhofften sich eine höhere Durchblutung der Plazenta (sie bildet sich während der Schwangerschaft und dient zum Stoffaustausch zwischen Mutter und Embryo). 

Die Frauen, die an der Studie teilnahmen, hatten alle eins gemeinsam. Ihre Ungeborenen wuchsen auffällig langsam. Da bei besonders kleinen Kindern die Gefahr einer Frühgeburt besteht und es derzeit noch keine Behandlungsmethode gibt, stellten sich die Frauen zum Test zur Verfügung - mit schrecklichen Folgen.

Bereits 183 Frauen waren an der Studie beteiligt, als diese vorzeitig abgebrochen wurde. Der Grund: 11 Babys starben an Lungenproblemen.

Von den 183 Frauen hatten 93 den Wirkstoff erhalten. Die anderen waren Teil der Vergleichsgruppe. In der Sildenafil-Gruppe kamen 17 Babys zur Welt, die an Lungenproblemen litten. Elf von ihnen verstarben an den Folgen der Komplikationen. Weitere acht Babys aus der Testgruppe starben an anderen Ursachen, die nicht auf das Medikament zurück zu führen sind. 

​Wir wollten zeigen, dass das ein effektiver Weg ist, das Wachstum des Babys zu fördern. Doch das Gegenteil ist passiert. 

Nicht nur für die Mütter, die ihre Neugeborenen verloren haben, bedeutet das große Trauer und einen Schock. Auch der Studienleiter Wessek Ganzevoort zeigt sich zutiefst bestürzt und bedauert die Kehrtwende der Studie. Er ist entsetzt über die Kompliaktionen und enttäuscht darüber, dass die Hoffnung, das Wachstum von Babys zu fördern nach hinten los gegangen . "Patienten zu schaden, ist das Letzte, was man will", erklärt er in einem Interview mit einer niederländischen Zeitung.

 

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