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WWF Studie: Rund 1,7 Millionen Tonnen Backwaren landen in Deutschland im Müll

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Dabei gibt es viele, die sie gebrauchen könnten

Viele Bäcker schließen um 18 Uhr. Trotzdem kommen viele oft noch paar Minuten vor Schluss in den Laden gestürmt, nur noch ganz schnell was fürs Abendbrot kaufen. Und wer auf den letzten Drücker einkaufen will, steht nicht einmal vor leeren Regalen. Meist hat man die freie Auswahl zwischen Brot, Brötchen und Co. "Puh zum Glück", freut man sich. Allerdings heißen volle Regale am Abend auch, dass zu viel produziert wurde und deswegen viele Lebensmittel weggeschmissen werden müssen.

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1,7 Millionen Tonnen Backwaren lande im Müll

Die Umweltschutzorganisation WWF hat eine Studie zur Verschwendung von Lebensmitteln durchgeführt – und das mit erschreckenden Ergebnissen. Laut der Organisation muss in manchen Geschäften nämlich jede fünfte Backware entsorgt werden. Pro Jahr heißt das, in Deutschland werden etwa 1,7 Millionen Tonnen Backwaren wie Brot, Brötchen oder Croissants weggeschmissen. Beziehe man das auf eine Ernte, wären das fast 400.000 Hektar Ackerland. Zum Vergleich: Das entspricht einer Fläche, die zum Beispiel größer ist als die Insel Mallorca.

Valide Daten fehlen

Zu ihrem Ergebnis kam die Umweltorganisation, als sie verschiedene Studien auswertete und Bäckereien, sowie Fachverbände befragte. Allerdings beteiligten sich laut WWF nicht sonderlich viele Unternehmen an ihrer Umfrage, weswegen die Studie nicht repräsentativ genug ist. Außerdem ist es zu beklagen, dass es in Deutschland kaum Daten zum Thema Lebensmittelverschwendung gebe. Jörg-Andreas Krüger vom WWF weiß:

"Pikanterweise sind es wohl die Finanzämter, die als einzige Behörde dank der Gewinn- und Verlustangaben exakt sagen könnten, wie viel Backwaren produziert und weggeschmissen werden."

Auch fordert Krüger, dass sich Politik und Fiskus auch damit beschäftigen, wie man die Lebensmittelüberschüsse bis 2030 halbieren könne. Schließlich können zum Beispiel Backwaren-Retouren als Verluste steuerlich geltend gemacht werden, womit für Politik und Fiskus ein finanzielles Interesse besteht. Und auch die Grünen-Politikerin Renate Künast fordert beim Thema Lebensmittelverschwendung in SWR Aktuell:

"Wir brauchen einen Runden Tisch, bei dem alle ihre Zahlen und Fakten auf den Tisch legen, auch der Handel, auch die Industrie - damit wir wissen, wo wird eigentlich am meisten weggeworfen."

Weiterverarbeitung von überschüssigen Backwaren

Bestenfalls werden überschüssige Backwaren zum Beispiel an Tafeln gespendet, so der WWF. Allerdings landen Brote auch im Tierfutter. Dieses Vorgehen kritisiert die Umweltschutzorganisation stark, da das Brot häufig in der Maschine verkleinert wird – und das samt Plastikverpackung. Später werden zwar die Plastikreste herausgefischt, allerdings können trotzdem Mikroplastiken im Tierfutter zurück bleiben, so der WWF.

Wie Lebensmittelverschwendung vermeiden?

Auf die Frage, wie man der Verschwendung von Lebensmitteln wie beispielsweise Backwaren, entgegen wirken kann, hat der WWF eine Idee. Computersysteme sollen dafür genutzt werden, Produktion und Verkauf besser aufeinander abzustimmen. So kann eine übermäßige Produktion vermieden werden. Außerdem fordert Krüger:

"Darüber hinaus brauchen wir ein Umdenken bei den Konsumenten und der Wirtschaft. Angefangen von unseren Erwartungen an Frische und Vielfalt bis zum nächtlichen Ladenschluss."

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