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Wird YouTube gelöscht? Video verbreitet Panik in tausenden Kinderzimmern

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Dieses Video kündigt den Untergang des sozialen Netzwerks an

Am Wochenende hat ein neues YouTube-Video die jüngere Generation in Angst und Schrecken versetzt. Mit dem Titel „Warum es YouTube nächstes Jahr nicht mehr gibt“ deuten die Autoren des Videos auf den Untergang der Videoplattform hin. Der Hintergrund des Videos ist die geplante Richtlinie der EU und der Aufruf von YouTube-Chefin Susan Wojcicki, weltweit unter dem Hashtag #SaveYourInternet Protest auszusprechen.

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Das YouTube Video „Warum es YouTube nächstes Jahr nicht mehr gibt“ liegt derzeit in Deutschland auf Platz 1 der meist-abgerufenen Videos auf der Plattform – mit aktuell mehr als 3,3 Millionen Klicks und über 50.000 Kommentaren. In dem Videos des Kanals ‚Wissenswert‘ wird von einer besorgten Männerstimme, unterstrichen mit dramatischer Musik:

In einigen Monaten werden fast alle Kanäle, die wir kennen, lieben und immer wieder gucken, gelöscht werden. Egal wie groß und beliebt, niemand wird übrig bleiben. Bis auf einige Kanäle von sehr großen Firmen.

Die Folge des Videos: Es löst Panik in tausenden Kinderzimmern aus. Vor allem junge Nutzer des Portals, für die YouTube-Videos Teil ihres alltäglichen Lebens geworden sind, sind entsetzt und befürchten das Ende der Videoplattform. Ein User kommentiert sogar „Der Untergang des Internets.“

Artikel 13 der geplanten EU-Urheberrechtsreform ist der Hintergrund
Der Grund hinter dem Ende der Videoplattform sei der Artikel der geplanten EU-Urheberrechtsreform. Das neue Gesetz sieht vor, die großen Onlineplattformen wie Facebook, Instagram oder YouTube in Zukunft für die Inhalte haftend zu machen, wenn Urheberrechtsverletzungen auftreten. Sollte dies eintreten, werden die Plattformen dazu gezwungen sein, strenge automatisierte Upload-Filter anzuwenden. Die Ersteller des Videos gehen deshalb davon aus, dass YouTube entsprechend alle europäischen Kanäle löschen wird, um so möglichen Klagen zu entgehen.

Bei diesem Argument berufen sie sich auf die Veröffentlichung der YouTube-Chefin Susan Wojcicki, die in ihrem vierteljährlichen Brief schreibt: „der Vorschlag könnte Plattformen wie YouTube zwingen, nur Inhalte von einer Handvoll großer Unternehmen zuzulassen.“ Diese neue Regelung könne das Internet, wie man es heute kennt, „drastisch verändern“. Sie drohe „Millionen Menschen“ – von Autoren bis hin zu einfachen Nutzern der Videoplattform – die Möglichkeit zu nehmen, Inhalte bei Plattformen wie YouTube hochzuladen.

#SaveYourInternet
Laut Wojcicki könne Artikel 13 „hunderttausende Jobs“ gefährden. Ihr Rat: Gegner sollten sich mit den Hashtag #SaveYourInternet im Netz Aufmerksamkeit verschaffen – so wie sie es auch selbst tut.
 

 
Allerdings ist derzeit noch völlig unklar, wie und wie viel sich überhaupt durch die Urheberrechtsreform tatsächlich ändern wird. Denn YouTube besitzt bereits einen solchen Upload-Filter. Mit einer Software mit dem Namen ‚Content ID‘ wird jeder hochgeladener Inhalt automatisch mit einer Datenbank abgeglichen. Wird ein Verstoß gegen das Urheberrecht festgestellt, wird der Rechteinhaber informiert. Dieser hat dann die Möglichkeit zu entscheiden, ob das Video gesperrt bleibt oder, ob er oder sie die Werbeeinnahmen an sich weiterleiten lassen.

EU-Kommission: Position der Urheber gegenüber großer Online-Konzerne stärken
Das geplante EU-Gesetz bleibt dennoch umstritten. Kritiker vermuten, dass die technisch komplexen Upload-Filter noch zu strikt oder falsch beschränken und somit das freie Netz insgesamt beeinträchtigen.

Die EU-Kommission meint allerdings, dass jeder weiterhin kreativ sein dürfe – man wolle lediglich die Position der Urheber gegenüber den großen Online-Konzernen stärken. Der genaue Wortlaut des Gesetzes ist dennoch ziemlich ungenau formuliert – was zusätzlich zur Nervosität der Nutzer beiträgt.

Zum Ende des veröffentlichen Videos von ‚Wissenswert‘, gibt es noch einen Appell:

Wir sind die jüngere Generation, die mit Internet und sozialen Netzwerken groß wurde. Die Freiheit und Veränderung, die das Internet bracht, darf nicht verboten werden.

Unter dem YouTube-Video ist ein Link zu einer Online-Petition mit dem Namen „Stoppt die Zensurmaschine – Rettet das Internet“ – bereits über eine Millionen Menschen haben die Petition schon unterschrieben.

Klick durch Panik-Mache
Der YouTube-Kanal ‚Wissenswert‘ sowie die Macher weiterer Videos wie „Mein Kanal wird gelöscht“ oder „YOUTUBE GEHT 2019 UNTER!“, haben allerdings auch noch eine nicht ganz selbstlose Motivation für solche Videos: Die Motivation heißt Klicks! Denn die Videos sind in den sozialen Netzwerken ein rechter Renner, wobei viele Influencer einfach auf den Zug aufspringen.

Viele nutzen sogar diese Panik für geschickt platzierte Eigenwerbung: Der YouTuber ‚RayFox‘ etwa beispielsweise dazu auf, ihm jetzt zusätzlich noch auf der Fotoplattform und sozialem Netzwerk Instagram zu folgen – natürlich nur zur Sicherheit. Dabei wäre Instagram auch von der potentiellen Urheberrechtsreform betroffen, genau wie YouTube.

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