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Große Empörung im Netz: Discounter Netto verkauft Zebrasteaks!

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Auch Tierschutzorganisationen melden sich zu Wort

​Weihnachten steht vor der Tür. Neben Geschenken für Eltern, Freunde oder den Partner muss man sich langsam auch Gedanken über das Weihnachtsessen machen. Was soll es geben? Würstchen mit Kartoffelsalat, Raclette oder doch lieber die altbekannte Weihnachtsgans? Der Discounter Netto hat noch einen anderen Vorschlag: Zebrasteak. Nicht alle sind davon begeistert.

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Im Prospekt zu sehen

Jedes Jahr überlegt man, was es an Weihnachten denn zu essen geben könnte. Wer in den letzten Tagen durch den Netto-Prospekt geblättert hat, der staunte vermutlich nicht schlecht. Neben Eis-Törtchen und Stangenspargel gibt es ein spezielles Weihnachtsangebot: 300 Gramm Zebrasteak für 6,99 Euro.

 
Heftige Kritik

Dieses besondere Angebot kommt bei vielen in den sozialen Netzwerken nicht wirklich gut an. Für den Discounter hagelt es ordentlich Kritik. So schreibt beispielsweise ein User auf Facebook: 

 "Wie kann man bloß Zebrasteak ins Angebot nehmen auch wenn es "nur" vorrübergehend ist/sein sollte!?!? Geht´s noch?? Nie wieder werde ich euren Laden betreten!!

Und der Shitstorm geht weiter. Ein anderer warnt beispielsweise:

Achtung! Hier wird Zebrafleisch verkauft! Es gibt 3 Arten von Zebras. 2 davon sind gefährdet. Jetzt rottet Netto auch noch die dritte Art aus.

 
Manche Nutzer argumentieren allerdings, dass es keinen Unterschied macht, was für Fleisch man esse. Schließlich kommt bei uns Kuh oder Schwein regelmäßig auf den Tisch.

Auch Tierschutzorganisation übt Kritik

Auch die Artenschutzorganisation Pro Wildlife meldete sich zu Wort. Das Fleisch stamme meist von Tieren, die in der freien Natur leben. Die sind durch auf Grund von Wilderei oder dem Verlust ihres Lebensraums bedroht. So erklärte eine Sprecherin der Organisation:

 Der Trend zu exotischem Fleisch von Tieren aus weit entfernten Ländern ist sehr bedenklich.

Und weiter heißt es in der Pressemitteilung:

Den kommerziellen internationalen Handel mit Luxusprodukten von Wildtieren anzukurbeln, deren Bestände onehin stark rückläufig sind, ist unverantwortlich und kontraproduktiv für den Artenschutz.

Fleisch vermutlich von Steppenzebras

Unklar ist, woher das Zebrafleisch von Netto stammt. Das Unternehmen erklärte nur, dass seine Steaks aus Südafrika kommen. Deswegen vermutet Pro Wildlife, dass es sich bei dem angebotenen Fleisch um das von Steppenzebras handelt. Der Bestand dieser Art schrumpft seit Jahren, trotzdem werden sie auf der Roten Liste als „nicht gefährdet“ geführt. Die Liste stuft, die weltweit vom Aussterben gefährdete Tier- und Pflanzenarten ein. Zwei andere Zebraarten, das Grevy- und das Bergzebra, sind laut dieser allerdings stark gefährdet.

Bild Zeitung hackt nach

Die Bildzeitung hackte bei diesem Thema nach. Laut eigener Aussage fragten sie den Discounter, ob das Fleisch von gezüchteten Tieren oder von Wildtieren, die dafür geschossen wurden, stammt. Darauf sollen sie keine Antwort bekommen haben. Kurios: Auf der Verpackung des Produkts steht ein Hinweis. So soll man beim Verzehr auf „mögliche Rückstände von Geschossteilen“ achten.

WWF verurteilt Konsum nicht

Auch die Naturschutzorganisation WWF nahm zu diesem Thema Stellung. In der „Rheinischen Post“ sprach sie sich nicht generell gegen den Konsum von Zebrafleisch aus. Trotzdem: Fragwürdig sei es, ob man Fleisch aus anderen Kontinenten einführen müsse, schließlich gäbe es ein großes Angebot an Wildfleisch in Europa.

 

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