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Krankschreiben per WhatsApp: Eine sinvolle Idee?

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Die Vor- und Nachteile im Überblick

Seit Ende letzten Jahres ist es möglich: die Krankschreibung via WhatsApp. Das Hamburger Start-up-Unternehmen „AU-Schein.de“ bietet diesen Service für Arbeitnehmer – privat oder gesetzlich versichert – an. Doch kann man eine Krankschreibung ohne Arztbesuch überhaupt wagen?

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Die Zahlen sprechen für sich!

Seit der Gründung wurden laut des Unternehmens rund 10.000 Krankschreibungen ausgestellt. Allein ca. 80 Anfragen werden am Tag bearbeitet. Das Start-up wirbt außerdem mit einer Annahmequote von 99 %, sowie einer hundertprozentigen Akzeptanz der Arbeitgeber. Auch Fehldiagnosen seien nicht bekannt, so das Unternehmen. Allein diese Fakten reizen viele Menschen, den Online-Arzt einmal auszuprobieren.

Welche Vorteile bietet der Service?

Der größte und entscheidende Vorteil ist, dass ein Arztbesuch vorerst nicht notwendig ist. Und damit kein langes Warten im Wartezimmer und kein Ekel vor möglichen Krankheitserregern in der Praxis mehr. Der Hausarzt kann sich somit mehr Zeit für andere Patienten nehmen.
Zeit spart man mit dem Dienst auch. Schnell die Symptome über die Internet-Seite angeben, die neun Euro Gebühr bezahlen, die Krankenkassenkarte abfotografieren und schon erhält man die Krankmeldung per WhatsApp. Und das alles geht vom Bett aus! Weitere Kollegen bei der Arbeit können so nicht angesteckt werden. Der Arbeitgeber hat dadurch weniger Kosten.

Nicht alle Anfragen werden angenommen!

Bei gewissen Risikofaktoren, wie einer bestehenden Schwangerschaft oder Fieber über 38,5°C, stellt der zuständige Arzt kein Attest aus. Weiter ist die Häufigkeit des Online-Dienstes beschränkt. Man kann den Dienst maximal zweimal im Jahr nutzen und sich dabei höchstens für drei Tage krankschreiben lassen.

Welche Nachteile hat der Online-Dienst?

Zum einen können ernsthafte Erkrankungen übersehen werden, da keine klassische Untersuchung stattfindet. Außerdem wird vermutet, dass die Anzahl der Blaumacher durch das einfache System zunimmt. Denn es prüft keiner nach, ob man wirklich erkältet ist oder nicht. Weiter ist die Benutzung von „AU-Schein.de“ in Sachen Datenschutz, insbesondere durch WhatsApp, fraglich. 

Muss mein Arbeitgeber die Krankschreibung annehmen?

Laut "Die Zeit" sieht die Arbeitsrechtlerin Nathalie Oberthür die Art und Weise des Unternehmens kritisch:

Es wird nicht nach Tätigkeit beurteilt, sondern pauschal davon ausgegangen, dass Arbeitnehmer bei Erkältung arbeitsunfähig sind.

Ernsthafte Zweifel können auch entstehen, wenn die Krankschreibung erst im Nachhinein oder eben ohne Arztbesuch ausgestellt wurde. Deswegen sei es fraglich, ob Arbeitgeber die Online-Krankschreibung anerkennen müssen, so Oberthür. Erst die Zukunft wird zeigen, inwiefern die WhatsApp-Krankschreibungen seitens der Arbeitsgerichte akzeptiert werden.
 

 
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