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Der „Grüne Knopf" – Neues Textilsiegel für mehr Nachhaltigkeit!

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Was bringt das neue Siegel?

IVN Best, GOTS, Made in Green, Bluesign, Der Blaue Engel – Wer nachhaltig Kleidung kaufen will, hat es sehr schwer, bei all den Siegeln einen Durchblick zu behalten. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat nun eine Lösung dafür: Ein staatliches Textilsiegel!

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Am Montag um 10:00 Uhr war der offizielle Start des „Grünen Knopfs“. Es ist ein staatliches Textilsiegel, mit dem Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) nachhaltig produzierte Kleidung und Textilien auszeichnen will.

Auslöser für die Einführung des Siegels war der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch vor sechs Jahren. Bei dem Einsturz kamen mehr als 1100 Menschen ums Leben. Müller sah das als ein Zeichen, dass man sich mehr für sichere und faire Arbeitsbedingungen einsetzen muss.

Wie funktioniert der „Grüne Knopf"?

Das Siegel wird direkt am Produkt angebracht. Es wird angenäht, drangehängt oder eingedruckt. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Art von Textilien es sich handelt: Von Taschen und Kleidung bis zu Bettwäsche, Handtüchern und Stoffwindeln – Alles kann das Siegel erhalten, vorausgesetzt es entspricht den Vorgaben!

Um das staatliche Siegel zu bekommen, müssen Unternehmen bei der Produktion ihrer Textilien darauf achten, dass alle sozialen und ökologischen Standards befolgt werden.
Der „Grüne Knopf" wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vergeben. Der TÜV kontrolliert dabei, ob die Firmen die vorgegebenen Kriterien einhalten. Auch die Prüfer und Prüfprozesse werden überwacht. Das übernimmt die staatliche Deutsche Akkreditierungsstelle.

Trägt ein Produkt das Siegel, dann bedeutet das, es wurden sowohl das Produkt als auch das Unternehmen geprüft. Das geprüfte Unternehmen verpflichtet sich dann zum Beispiel dazu, dass bei der Produktion Mindestlöhne gezahlt werden und Kinderarbeit ausgeschlossen ist und auch, dass verschiedene Gesundheits- und Sicherheitsstandards eingehalten werden.

Bei der Kontrolle des Produkts werden die Prozesse beim Färben und Bleichen und beim Zuschneiden und Nähen betrachtet. Die Prozesse müssen bestimmte Siegel haben, wie beispielsweise das GOTS (Global Organic Textile Standard) oder Fairwear Foundation. Die ökologischen Standards umfassen beispielsweise das Verbot von Weichmachern und anderen Chemikalien. Es gibt auch Grenzwerte für Abwässer, die bei der Produktion anfallen. Jedoch muss man vorsichtig sein, denn manche anerkannte Siegel sind besonders bei Arbeitsrechten relativ schwach.

Bei der Prüfung des Unternehmens dagegen zeigt sich der Vorteil des Grünen Knops gegenüber anderen Siegeln. Denn die Unternehmen müssen nachweisen, dass sie alle menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Voraussetzungen erfüllen.
 
Wie effektiv ist das Siegel?

Ziel des „Grünen Knopf" ist es, die komplette Lieferkette von der Produktion bis in den Laden zu zertifizieren. So sollen die Bedingungen gerade in den Ländern, in denen die Ware produziert wird, verbessert werden. Für den Käufer wird die Ware aber dadurch nicht teurer, erklärte Müller.

Jedoch befürwortet nicht jeder das Siegel. Die deutsche Textilbranche zum Beispiel hält den „Grünen Knopf" für überflüssig. Man könne die Kriterien kaum überprüfen und zudem gebe es genug anderer Siegel. Neue Siegel würden nur für mehr Verwirrung sorgen.

Andere wiederum hätten gerne stärke Kriterien für die Kontrolle. Zum Beispiel sei in den Arbeitsbedingungen nur die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns vorgegeben, welcher wiederum meistens so klein ist, dass er zum Leben nicht ausreicht. Auch werden bei der Produktion nicht alle Prozesse in den Blick genommen.

Jedoch kann ein staatliches Siegel Vertrauen schaffen. Denn es gibt zahlreiche NGO- und Unternehmenssiegel, die aber nur für Verwirrung sorgen. Man hat keinen Überblick mehr darüber, was die einzelnen Siegel bringen, weshalb ein einheitliches staatliches Siegel verständlicher ist. Deshalb soll der „Grüne Knopf“ ähnlich, wie die EU-Blume (bei Lebensmitteln) das nachhaltige Einkaufen erleichtern.

Die Bereiche, die kontrolliert werden, sollen zudem nach einiger Zeit noch erweitert werden. Irgendwann soll Recycling vorgeschrieben werden und auch nicht mehr nur die Fabriken, sondern auch Felder, Spinnereien und Webereien kontrolliert werden.

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