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Angst vor dem Corona-Virus: Karlsruher auf Kreuzfahrtschiff "gefangen"!

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Gefangen auf der MS Westerdam

Aus Angst vor dem neuartigen Coronavirus wird dem Kreuzfahrtschiff „MS Westerdam“ jede Andockmöglichkeit verwehrt. Mittlerweile befinden sich die Passagiere des Luxusschiffs seit mehr als 10 Tagen auf hoher See und es gibt keine Möglichkeit das Schiff zu verlassen. Jetzt hat sogar ein Militärschiff die Fahrt der MS Westerdam gestoppt.

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Aktueller Stand:
14.02.2020 5:00 Uhr: Gegen 0 Uhr Ortszeit haben die Passagiere die Info bekommen, schnellstmöglich ihre Koffer zu packen. Nach und nach werden die Passagiere zunächst an Land - dann in die Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh gebracht. Von dort geht es über Bangkok zurück in die Heimat. Andreas Bönsel ist selbst schon auf dem zum Flughafen. 

13.02.2020 12:00 Uhr: Die MS Westerdam liegt jetzt im Hafen Sihanoukville in Kambodscha. Wann die Passagiere an Land dürfen, ist unklar. 

13.02.2020 10:30 Uhr: Die kambodschanischen Behörden waren gerade an Bord, haben die Ausweise und Dokumente der Passagiere gecheckt. Ein Anlegen des Schiffs ist weiterhin nicht in Sicht. 

13.02.2020 5:30 Uhr: Derzeit liegt das Schiff vor Kambodscha, die dortige deutsche Botschaft habe sich nach dem Anstoß beim Auswärtigem Amt in Berlin gemeldet, so Bönsel. Ein Arzt sei auf dem Weg zum Schiff, um die Passagiere erneut zu checken. Dann könnten, so der aktuelle Stand, die Passagiere wohl in den nächsten Tagen das Schiff verlassen. 
 

"Wir wollen alle nach Hause und heim zur Familie!" 

Am Montagabend sollte das Schiff eigentlich im Hafen von Laem Chabang (Bangkok) anlegen. Unter den Passagieren ist auch Andreas Bösel aus Karlsruhe mit seiner Frau. Am Dienstag folgte dann der erste Schock: Thailand entzog dem Schiff die Erlaubnis zum Andocken. Als am späten Dienstagabend die MS Westerdam wieder Kurs auf Laem Chabang aufnahm, um das Schiff mit Sprit und die Passagiere und Crewmitglieder mit Essen zu versorgen, schöpften alle wieder Hoffnung. Doch das Hoch sollte nicht lange anhalten. Am Mittwochmorgen stoppte das thailändische Militärschiff die MS Westerdam. Jetzt ist kompletter Stillstand.

„Von der deutschen Regierung hören wir seit 9 Tagen überhaupt gar nichts [...,] Wir haben E-Mails geschrieben und es kümmert sich kein Mensch um uns von offizieller Seite. [...] Wir sind ein politischer Spielball!“

Andreas fühlt sich von der deutschen Regierung im Stich gelassen. Insgesamt befinden sich 1420 bis 1450 Personen an Bord, darunter 800 Crewmitglieder und zwischen 20 und 30 Deutsche. „Alle Nationalitäten haben Kontakt mit der Regierung, nur wir nicht!“ erzählt uns der 59-Jährige. Kontaktversuche scheitern, Antworten bleiben aus. 

„Die haben alle Angst, dass wir eine Viruserkrankung haben, aber kein Mensch ist hier krank - Es hat nicht mal einer Schnupfen!“

​Konkrete, offizielle Gründe für die ständige Ablehnung des Schiffs gebe es nicht. Es sei nicht einmal jemand krank. An Bord gebe es einen Doktor, der mehrfach jedem Passagier Fieber misst. Niemand weise die typischen Symptome des gefährlichen Virus auf.
Mittlerweile wurde die deutsche Botschaft in Tokio kontaktiert. Die weiß nun Bescheid, fühlt sich allerdings nur begrenzt zuständig

Auf Radio Regenbogen-Anfrage äußert sich das auswertige Amt wie folgt:

"Der Fall des Schiffes „Westerdam“ ist uns bekannt. Wir gehen derzeit davon aus, dass sich eine zweistellige Zahl von deutschen Staatsangehörigen an Bord befindet. Einige dieser Passagiere haben sich an uns gewandt. Wir stehen in dieser Angelegenheit in ständigem Austausch mit unseren Botschaften in der Region, dem Deutschen Reiseverband und den betroffenen Staaten in der Region (u.a. Japan und Thailand). Außerdem haben wir den Kontakt zu unseren EU-Partnern vor Ort intensiviert, besonders auch zu unseren niederländischen Partnern, unter deren Flagge das Schiff fährt. Ziel ist, dass die Reisenden möglichst bald an Land gehen können.
 
Ganz grundsätzlich gilt, dass das Auswärtige Amt und seine Auslandsvertretungen bereit stehen, deutschen Staatsangehörigen in einer konkreten Notlage konsularische Hilfe und Unterstützung zu leisten. Art und Umfang der Hilfe richten sich dabei nach den jeweiligen Erfordernissen im Einzelfall."

 

 

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