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Corona-Krise: So bestehst Du diesen Stresstest für die Psyche!

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Diese Tricks helfen dir in dieser Ausnahmesituation

Die Verbreitung des Corona-Virus und die damit verbundenen Konsequenzen betreffen uns alle: Unseren Alltag, unsere gewohnten Abläufe, unsere lieb gewonnenen Rituale. Innerhalb kürzester Zeit werden wir mit neuen Situationen konfrontiert, auf die wir uns erst einstellen müssen. Keine leichte Aufgabe – auch nicht für unsere Psyche. Gesundheitspsychologin Nadia Waschek von der SRH Hochschule in Heidelberg erklärt, worauf es jetzt ankommt.

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Umgehen mit einer neuen Situation

Das Wichtigste: Ruhe bewahren!  Achtsam zu sein, darauf was mit einem selber passiert und was um einen herum passiert. Und dann gilt es so schnell wie möglich eine normale Tagesstruktur zu organisieren – so Nadia Waschek.

Gerade für arbeitstätige Menschen können die nächsten Wochen schwer werden. Denn Arbeit strukturiert den Tag. Man steht zu einer bestimmten Zeit auf, frühstückt, duscht, macht sich auf den Weg, hat eine bestimmte Anfahrtszeit, genießt vielleicht den Weg auf dem Rad oder beim Lesen eines Buches in der Bahn. Am Arbeitsplatz angekommen trifft man seine Kolleginnen und Kollegen, hat soziale Kontakte und feste Aufgaben. 

Die Arbeit gibt uns das ja auch das Gefühl, gebraucht zu werden. Etwas Sinnvolles zu erschaffen. Das alles ist ein stückweit verloren gegangen oder muss neu gedacht werden!

Alltag wiederherstellen in der Isolation

Da ist der wichtigste Schritt, einen Tagesplan zu machen. Hier aber nicht nur die notwendigen Tätigkeiten einplanen, sondern auch welche, die der Erholung und Entspannung dienen: Spaziergänge, Fitness, Musikhören oder Lesen. Auch ein gemeinsames Kochen mit der Familie oder auch feste Spieleabende gehören dazu. 

Man muss miteinander reden, ins Gespräch kommen mit den Familienmitgliedern. Wer braucht was? Sind die wichtigsten Bedürfnisse gestillt? Die Aufgabe ist also, den Alltag so strukturieren, das man am Ende des Tages das Gefühl hat, man hat in sinnvoll verbracht – für sich alleine, für sich gemeinsam. Das wäre schön, wenn uns das gelingt!

Vereinsamung verhindern – Gemeinschaft erzeugen

Die Corona-Situation hat aber nicht nur Auswirkungen auf Menschen in einem familiären und arbeitstechnischen Umfeld. Gerade diejenigen, die bereits über wenige oder gar keine sozialen Kontakte verfügen, gehören zu den besonders Leidtragenden, sagt Nadia Waschek.  

„Es gibt sehr viele Menschen, die einsam sind. Meist ältere aber auch viele jüngere Personen, die durch die Coronakrise sehr schnell in Denkspiralen verfallen nach dem Motto: Es wird nicht besser, keiner denkt an mich, ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Da empfehle die Telefonseelsorge oder die Stiftung Deutsche Depressionshilfe anzurufen. Die haben sehr viele nützliche Tipps, wie man in diesen Ausnahmesituationen klarkommen kann. Wenn Depressionen und Ängste sehr stark spürbar werden“

Darum ist es wichtig, auf alternativen Wegen Gemeinschaft zu erzeugen. Ganz klassisch: der Griff zum Telefon! Aber auch Mails, Chats, soziale Dienste nutzen.

Da lohne es sich alte Kontakte zur reaktivieren. Freunde, die man schon sehr lange nicht mehr gesprochen hat. Die sind ja sehr wahrscheinlich in der gleichen Situation wie man selber und freuen sich über einen Austausch. Einfach miteinander darüber zu reden, wie man den Alltag meistert.

„Das Gefühl einer Gemeinschaft kann auch von zu Hause auch mit verschiedenen Menschen entstehen!“

Die Chancen der Corona-Krise

Nicht nur unser Alltag bekommt durch die Corona-Krise eine Neujustierung, sie könnte bei uns auch zu einer gedanklichen Neujustierung führen, vermutet Nadia Waschek. 

„Es besteht die Chance, dass hier das Gemeinschaftsgefühl wächst, denn wir alle haben die gleiche Bürde zu tragen.“

Möglicherweise zwinge uns diese Krise auch darüber nachzudenken, in welchem Hamsterrad, in welchen Routinen wir gefangen sind. Darüber nachzudenken: „Was ist mir wichtig, was ist mir nicht so wichtig?“ Gerade, wenn persönliche Freiheit verloren geht, ins Kino zu gehen, zum Vereinssport, Freunde zu treffen.

„Den Wert dieser Dinge neu zu erkennen und zu bewerten, kann bedeuten, dass man danach sein Leben neu ordnen muss und sich neue Prioritäten setzt.“

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