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Selbstständige in der Corona-Krise: Das gilt es zu beachten ...

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Schon jetzt handeln, bevor die Staatshilfen kommen

Was tun, wenn als Fotograf Aufträge ausbleiben? Wenn Boutiquen-Besitzer, Coaches und Caterer kein Geld mehr verdienen, weil die Corona-Pandemie das öffentliche Leben lahmlegt? Was betroffene Selbstständige jetzt tun können und wie der Staat ihnen helfen will, erfährst du hier.

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Es wird noch ein paar Tage dauern, bis der Gesetzgeber Kredite durchwinken wird, die vor allem von Selbstständigen heiß erwartet werden. Unternehmer und Freiberufler können aber Vorbereitungen treffen, um einen Antrag schneller aufzusetzen. Selbstständige sollten daher einen Liquiditätsplan erstellen, in dem genau aufgeschlüsselt ist, wie hoch Ausgaben und Einnahmen sind und wie lange die Ersparnisse noch reichen werden. Kontoauszüge sollten so für die kommenden Wochen und Monate vorausgeplant werden.

Damit das alles funktioniert, sollten Selbstständige die Ausgaben im Blick behalten und ggf. schon reduzieren. Miete, Leasingraten, monatliche Gebühren für Mobilfunkverträge und weitere Fixkosten sind Posten, die auf jeden Fall berücksichtigt werden sollten. Möglicherweise sind Vermieter sogar so kulant, dass sie Mieten für einige Zeit aussetzen - das kann schon ein bisschen beruhigen und man kann sich um kleinere Baustellen kümmern. Eventuell lohnt sich ein Anruf bei der Krankenkasse. Diese können Beiträge senken, wenn es sich um freiwillig Versicherte handelt. Es gebe gar Krankenkasse, die Beiträge vorübergehend auf Null setzen. Auch das FInanzamt sollte angerufen werden, mit der Bitte, Vorauszahlungen herabzusetzen oder ganz auszulassen. In jedem Fall sollten Selbstständige nicht einfach die Zahlungen aussetzen, sondern zuvor Kontakt aufnehmen.

Vom Offline-Geschäftsmodell ins Digitale?

Das Internet und die Kreativität, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, boomt derzeit. Jeder Selbstständige sollte sich umgehend darüber Gedanken machen, wie sich das Geschäft auch online abwickeln lässt. Eventuell bedeutet der Druck auch, dass sich neue Wege auftun, an die vorher gar nicht gedacht oder für möglich gehalten wurden. Beispielsweise könnten Fotografen, Versicherungsmakler, Sportler und Köche Webinare anbieten, mittels Social Media ihre persönliche Marke kultivieren, digitale Produkte entwickeln, etc. - oft tun sich Chancen auf, die auch wichtig für die Psyche sind.

Vorsicht bei Krediten

Selbstständige, die jetzt zur Bank gehen, um einen Überbrückungskredit zu beantragen, werden nur überschaubare Chancen haben. Das schiebt die Probleme nur auf, solange die Einkömmensströme aufgrund der Corona-Krise versiegt sind. Zudem setzt das Unternehmer unter noch mehr Druck - das Bestreiten des Lebensunterhalts und das Zurückzahlen von neu aufgenommenen Krediten kann eine doppelte Belastung werden.

Vorbereitung ist das A und O

Selbstständige sollten nicht warten, bis die Hilfsmaßnahmen anlaufen. Hier ist eine genaue Dokumentation gefragt. Welche Kunden sagen ab, was geht verloren, wie hoch sind die Ausfälle? Wer sich direkt vorbereitet, kann diese Parameter mit einem Antrag auf Hilfsmaßnahmen mitschicken. Sobald klar ist, für wen welche Hilfen infrage kommen, kann schnell gehandelt werden. Jeder Tag zählt dann, weswegen Unternehmer tagesaktuell informiert sein sollten. Ein Anhaltspunkt dafür ist die Linkliste der VGSD.

Details über die Hilfen des Bundes, Organisationen und Behörden werden am Montag (23.03.) erwartet.

Wenn alle Stricke reißen: Arbeitslosengeld I & II

Wer in einer Arbeitslosenversicherung ist, kann ALG I beantragen. Diese sollten das aber nur tun, wenn sie schon jetzt wissen, dass das Ausbleiben von Aufträgen noch einige Zeit andauern wird. Wer das Gefühl hat, mit seinen derzeitigen Mitteln hinkommen zu können, sollte noch ein paar Tage mit dem Antrag warten.

Selbstständige ohne Arbeitslosenversicherung können direkt ALG II beantragen. Dier Voraussetzungen sollen dafür gelockert werden. Zudem sollten Betroffene überprüfen, ob andere Leistungen, wie Wohngeld, infrage kommen.

 

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