Corona

DIY – Schutzmaske zu Hause selber nähen!

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Hörerin Charlotte aus Heidelberg zeigt, wie es gehen kann!

Im Thema Schutzmasken scheinen sich endlich alle Beteiligten einig zu sein: Sie helfen und schützen vor allem Mitmenschen. Da die professionellen Mundschutz-Exemplare fürs medizinische Personal vorgesehen sind, muss der Rest der Bevölkerung bei der Herstellung der Masken kreativ werden. So auch Hörerin Charlotte aus Heidelberg, die uns ihre Anleitung zum Masken selber nähen zugeschickt hat. Und so einfach geht's:

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Charlottes Masken-Anleitung

Alle 9 Schritte sind auch als Bilder unten in der Galerie festgehalten.

Schritt 1:  (Bild 1)
Sammel alle Gegenstände, die du zum Nähen der Maske brauchst: 

1. Dehnbaren Stoff, z.B. von einem alten T-Shirt oder anderen alten Klamotten. Teste davor einmal, ob du durch den Stoff gut atmen kannst. Dazu nimmst du ihn doppellagig und hälst dir ihn vor Mund und Nase und atmest ein paarmal ruhig ein und aus. 
2. Eine Schere, im Optimalfall eine Stoffschere.
3. Ein Stift + ein DinA4 Blatt, zum Zeichnen der Skizze, damit du die Maske gleich mehrere Male ohne großen Aufwand nähen kannst.
4. Ein Lineal zum Abmessen des Gesichtes für die Skizze.
5. Nadeln zum Abstecken des Stoffes.
6. Kreide oder Stift, den man auf dem Stoff sieht.
7. Faden, zum Nähen.
8. Idealerweise eine Nähmaschine. Es geht auch mit Nadel und Faden, dauert dann eben ggf. etwas länger.

Schritt 2: (Bild 2)
Als erstes vermessen wir das Gesicht um eine wiederverwendbare Skizze für die Maske zu erstellen.
Dafür legen wir das Lineal an unserem Kinn an und messen bis zur Nasenspitze. Diesen Wert notierst du dir. Dasselbe machen wir von der Nasenspitze bis zur Stelle zwischen den Augenbrauen. Auch diesen Wert notierst du dir. Dann nehmen wir ein Din-A4 Blatt (siehe Skizze) und fangen an zu zeichnen. Platziere das Din-A4 Blatt in Hochformat und starte mit der Zeichnung relativ weit rechts.
Ziehe als erstes den Strich vom Kinn bis zur Nasenspitze. Dann geht es weiter mit dem Strich von Nasenspitze bis Augenbrauen. Anschließend zeichnest du noch eine 3cm lange Linie vom Kinn in Richtung Hals. Nun verbindest du alle Punkte von oben nach unten miteinander und zeichnest es in einem Halbkreis. Nun ziehst du den Strich vom Punkt zwischen den Augenbrauen zum Ohr. Achte dabei darauf, dass du sehr steil beginnst und gegen Ende wieder gerader wirst. Die untere Linie bildest du, indem du das Papier genau gerade vom Halspunkt abknickt.  Das Ganze schneidet ihr jetzt aus und fertig ist eure Skizze.

Schritt 3: (Bild 3)
Nun breitest du deinen Stoff aus und legst die Skizze auf den Stoff. Achte dabei darauf, dass du vom Rand mind. 2 Zentimeter entfernt bist. Jetzt paust du mit der Kreide die komplette Skizze auf den Stoff ab. Du schneidest die Skizze mit einem Abstand von 2 Zentimetern aus (das nennt man Nahtzugabe). Du brauchst 2 Skizzen von der linken und 2 Skizzen von der rechten Seite. 

Schritt 4: (Bild 4)
Jetzt legst du die zwei linken Teile auf die zwei rechten Teile an der Seite von dem Halbkreis. Achte dabei darauf, dass die Seite die später mal außen sein soll aufeinander liegt. Du steckst nun mit den Nadeln deine vorgezeichnete Linie ab. Nun kannst du die Teile ganz einfach zusammennähen. Ich benutze dafür immer einen Zick-Zack-Stich und schneide den übergebliebenen Stoff ab.
 
Schritt 5: (Bild 5 & 6)
Jetzt hast du im Optimalfall zwei identische Teile. Eins benutzt du als Innenseite und eins als Außenseite. Lege nun diese Teile wieder mit der schönen Seite nach innen aufeinander.
Jetzt steckst du mit den Nadeln die Linie unten und oben von Ohr zu Ohr ab und vernähst diese wieder (mit dem Zick-Zack-Stich). Wenn das getan ist, drehst du den Stoff wieder auf links. Nun erkennt man schon ziemlich gut, wie die Maske mal aussehen wird.

Schritt 6: (Bild 7 & 8)
Nun bügelst du die unteren und oberen Kanten von Ohr zu Ohr. Achte dabei darauf, dass die gewünschte Außenseite auch schon Außen ist. (Schritt auslassen, wenn du kein Bügeleisen besitzt) - Nun gehst du wieder zur Nähmaschine und nähst mit einem sehr kleinen Abschnitt und einem normalen Stich sehr nah an den Kanten entlang, damit die Kanten nicht verrutschen.
 
Schritt 7:
  (Bild 9 & 10)
Jetzt nimmst du die Maske und ein Stück Kreide und gehst damit am besten zu einem Spiegel. Du ziehst die Maske auf und spannst sie ein wenig, sodass sie fest über dem Mund und der Nase sitzt. Nun markierst du die Maske ungefähr 1cm vor dem Ohr entfernt Richtung Nase.
Du schneidest nun von da aus eine gerade Linie auf beiden Seiten runter. Wenn du willst, kannst du die Kanten auch noch nach innen vernähen.

Schritt 8: (Bild 11)
Jetzt schneidest du zwei Bänder zum Fixieren der Maske hinterm Ohr. Diese sollten 12 cm lang und 3 cm breit sein. Alternativ kannst du auch ein Gummiband nehmen. Die Bänder bestenfalls einmal bügeln, sodass das zusammennähen gleich einfacher fällt. Dann nähen wir das ganze mittig zu einem 1 cm Band.

Schritt 9: (Bild 12 & 13)
Nun musst du nur noch die Bänder an die Maske nähen und fertig ist sie. Wenn sie noch zu locker sitzt, kannst du die Bänder ganz einfach nochmal abnehmen und verkürzen bis du die richtige Spannung hast.

 

 

 Tragekomfort von Masken

  • Achte darauf, dass das Kopfband nicht zu locker, aber auch nicht zu fest ist - verkürze oder verlängere ggf die Gummilängen!
  • Nutze ein kleines Nasenkissen aus gefalteten Tempotaschentüchern.
  • Fixiere die Maske mithilfe eines Klipps (zum Beispiel den Verschluss von Toastpackungen) an der Nase. So vermeidest du, dass die Maske ständig verrutscht!

Reinigung von Masken

  • Bei selbstgemachten Stoffmasken wird eine Reinigung bei mindestens 85 Grad empfohlen. Das ist mit handelsüblichen Waschmaschinen möglich. 
  • Wer eine Maske oder einen Mundschutz gekauft hat, der sollte die Reinigungsanweisungen in der Gebrauchsanweisung beachten. Dies kann von Maske zu Maske unterschiedlich sein. 
  • Wer die Maske in der Mikrowelle "reinigen" möchte, der sollte darauf achten, dass keine Metallteile in der Maske vorhanden sind. Dann ist davon dringend abzuraten!

Fünf wichtige Aspekte beim Mund-Nasenschutz*

  • Sie sollte mehr als eine Schicht Stoff haben
  • Man sollte darunter gut atmen können
  • Sie muss aus einem Stoff bestehen, der heiß gewaschen werden kann (am besten Baumwolle)
  • Sie sollte passgenau auf dem Gesicht sitzen und nirgendwo einschnüren
  • Sie sollte mit einem (Gummi-)band um den Kopf fixiert werden können

*Laut des amerikanischen "Centers for Disease Control und Prevention" bei einer nicht medizinischen Behelfsmaske

Tipps zum richtigen Umgang mit Masken
 

 

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