Corona

Das denken Krankenpfleger über die Lockerungen der Corona-Maßnahmen

Anzeige

„Es gab Phasen, da bin ich jeden Tag an meine Grenzen gekommen.“

In den kommenden Tagen kommt es bundesweit zu immer mehr Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Ärzte und Krankenpfleger warnen vor zu viel Sorglosigkeit. Hinzu kommt noch, dass es im Netz immer mehr Verschwörungstheorien zum Coronavirus gibt, denen viele Menschen Glauben schenken. Doch wie fühlen sich Krankenpfleger, wenn sie solche Theorien hören, die ihre Arbeit infrage stellen?

Anzeige

Daniel Buss ist Krankenpfleger am Kreiskrankenhaus in Lörrach. Erst vor Kurzem hat er seine Ausbildung beendet. Neben seinem stressigen Arbeitsalltag muss er jetzt auch Aufklärungsarbeit leisten: „Den ein oder anderen Verschwörungstheoretiker konnte ich davon überzeugen, dass es Corona doch gibt und dass das mit Ernst zu behandeln ist.“

Grundsätzlich macht es ihn sauer, wenn er Verschwörungstheorien hört. „Die Menschen denken nur an sich.“, sagte Daniel Buss. Wenn er sehe, dass ein 50-jähriger Coronapatient über einen Monat lang invasiv therapiert werden musste, anschließend ein halbes Jahr Reha brauche und man nicht genau wisse, ob dieser Mensch Folgeschäden mit sich tragen werde, seien diese Theorien einfach nur unverantwortlich.

„Die Gesellschaft, vor allem die Jüngeren, meine Altersgruppe oder auch mein Freundeskreis gehen teilweise recht naiv mit dem Thema um.“

Er bittet die Menschen, Corona sehr ernst zu nehmen. Er weist darauf hin, dass die Krankheit nicht nur die Risikogruppe hart treffen kann: „Tragisch ist auch zu sehen, was diese Krankheit mit jungen Menschen macht. Wir hatten auch Patienten, die zwischen 38 Jahren und Mitte 50 waren. Diese Menschen hatten keine Vorerkrankungen und hatten einen schweren Krankheitsverlauf.

„Man bekommt öfter so Sachen gesagt wie: ‚Das gab es doch schon mal…das ist alles geplant…Corona gibt es doch nicht wirklich.‘ Bis man dann ein bisschen vom Klinikalltag erzählt.“, sagte Daniel Buss. Bei ihnen im Kreiskrankenhaus in Lörrach kam die Krankheit kontrolliert angeflutet. Sie hätten aber auch in der Klinik Phasen gehabt, in denen es echt happig gewesen sei und da sei er auch jeden Tag an seine Grenzen gekommen, erzählt der Krankenpfleger.

Anzeige