Gesamtsumme: 233.946,18
Peter Höllstern aus Karlsruhe 500,00 €
Erika Moll aus Lörrach 50,00 €
Mike Krause aus Östringen 50,00 €
Petra Eisenmann aus Rimbach 100,00 €
Petra Kuhnle aus Oftersheim 100,00 €
Stephan Drexler aus Stutensee 50,00 €
Christoph Fischbach aus Denzlingen 10,00 €
Silke Konrad aus Mannheim 30,00 €
Daniela Neidlein aus Eggenstein - Leopoldshafen 50,00 €
Miriam Boschert aus Bruchsal 20,00 €
Corona

Alle wichtigen Infos zur Corona-App

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So funktioniert die Anwendung

Nach einigen Wochen Verzögerung, Streitigkeiten und Unklarheiten wurde am Dienstag die Corona Warn-App vorgestellt und freigeschaltet. Die Smartphone-Applikation soll eine weitere Hoffnung im Kampf gegen die Pandemie in Deutschland sein. Mit der Tracing-App sollen Kontakte von COVID-19-Patienten nachvollzogen werden können, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Wie das Programm funktioniert und welche Schwierigkeiten die Verwendung und Auswertung birgt, erfährst du hier.

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Die Corona-App sollte eigentlich schon Mitte April fertig und verfügbar sein. Diskussionen zum Thema der Datenspeicherung und Unklarheiten über die Zuständigkeiten hatten eine Veröffentlichung aber immer weiter verschoben. Vorteil: Statt einer zentralen Methode, die Daten zu verarbeiten und zu speichern, soll die App jetzt komplett dezentral funktionieren. Daten sollen verschlüsselt und nur auf dem eigenen Gerät gespeichert werden. Datenschützer atmen leicht auf, dennoch gibt es trotzdem ein paar Schwierigkeiten rund um die Funktionalität. Das ist wenig verwunderlich, denn eine App mit diesen Anforderungen zu programmieren, war für die Entwickler keine leichte Aufgabe - schließlich soll die Corona Tracing-App auf möglichst vielen Smartphones installiert werden und fehlerfrei funktionieren, um auch einen entsprechend Nutzen im Kampf gegen das Corona-Virus zu haben.

Wie funktioniert die Corona App?

Vereinfacht kann man sagen, dass die App erfasst, welche Smartphones einander wie nah gekommen sind. Um das zu tun, tauschen die Handys speziell verschlüsselte Codes aus. Das geschieht nicht fortlaufend, sondern alle zweieinhalb bis fünf Minuten. 16 dieser Schlüssel werden dann innerhalb von vier Sekunden verschickt. Durch die Signalstärke wird schließlich auch die Entfernung gemessen.

Ist jemand positiv auf COVID-19 getestet worden, so kann dieser das Ergebnis in der App teilen, damit die Nutzer, die sich in der Nähe des Patienten aufgehalten haben, gerwarnt werden. Das geschieht anonym. Es wird nicht kommuniziert, WER infiziert ist, sondern nur, dass man in der Nähe eines COVID-19-Erkrankten gewesen war.

 

 
Wo bekomme ich die App? 

Da es inzwischen viele Apps mit dem Namen Corona gibt, ist es wichtig, die richtige App namens "Corona-Warn-App" herunterzuladen. 

Hier gehts zur Corona-Warn-App für Android!

Hier gehts zur Corona-Warn-App für iOS!

Welche Daten werden ermittelt?

Seitens der Entwickler SAP und Telekom werden personenbezogene Daten weder versand noch gespeichert. Stattdessen bleiben die anonymisierten Daten auf dem eigenen Gerät. Standortdaten werden auch nicht übermittelt. Begegnet ein Nutzer einem an COVID-19-Erkrankten, findet die Auswertung in der App lokal auf dem Mobiltelefon statt. Damit das eigene Smartphone aber weiß, ob jemand infiziert ist, wird regelmäßig eine zentral abgespeicherte anonymisierte Liste abgerufen. Ganz denzentral ist die App also offenbar nicht. "Selbstverständlich werden die hohen EU-Standards zum Schutz des Individuums eingehalten", heißt es seitens der Bundesregierung. Datenschutzexperten äußerten sich positiv über die App und die Behandlung mit den Daten. Auch der TÜV mit ihrer IT-Sparte teilte mit, dass die App sicher und stabil laufen und die Anwender nicht ausspionieren werde. 

Der Programmcode dieser App wurde überigens offengelegt und ist über die Entwickler-Plattform GitHub einsehbar. Die Entwickler wollen so eine Transparenz gewährleisten. Dazu gibt es auf deren Website einige Infomationen dazu.

Das sagen die Kritiker

Durch die Veröffentlichung des Quellcode auf der Entwickler-Plattform GitHub wurde durch Datenschutz-Experten aber auch Kritik an der App laut. Als eine Schwachstelle wird beispielsweise das Call Center der Telekom gesehen. Haben Nutzer beispielsweise mit dem QR-Code zur Verifizierung einer Infektion, können sie sich bei der Hotline melden, um Hilfe einzuholen. Die Mitarbeiter stellen dann einige Fragen, um sicher zu sein, dass der Anrufer positiv getestet wurde. Würden es Menschen jetzt darauf anlegen, sich damit durch das Call Center zu mogeln, könnten sie damit einen Fehlalarm auslösen.

Während der Entwicklung der Corona-App gab es zudem Kritik an dem TAN-Verfahren, den Nutzer bei einem positiven Corona-Test eingeben können. Dieser sei laut dem TÜV-IT zu leicht zu knacken gewesen. Zwar sei diese Lücke schnell geschlossen worden, jedoch sagte der Chef der TÜV-IT dem heise online Magazin, dass er sich mehr Zeit für Tests gewünscht hätte, da einige Teile der App noch nicht auf Herz und Nieren überprüft worden sei.

Ist Missbrauch mit der Corona-App möglich?

Man könnte denken, dass sich jemand mit einem absichtlichen Fehlalarm einen Scherz erlauben könnte. An einem gut besuchten Ort und in der Nähe anderer Menschen mit Smartphones, auf denen die App installliert ist, schickt jemand ein positives Testergebnis über die App und warnt damit eben diese und verunsichert sie damit. Um aber genau dieses Szenario zu verhindern, muss das Testergebnis durch einen Code durch das Gesundheitsamt verifiziert werden.

Wird es trotzdem Fehlalarme geben?

Die Bluetooth-Technologie ist ursprünglich nicht dazu entwickelt worden, um Abstände messen zu können, sondern um Daten zu übertragen. Das hat die Entwickler vor große Herausforderungen gestellt. Zudem wissen die Smartphones bei der Übermittlung der anonymisierten Codes nicht, ob zwischen ihnen z.B. eine Glasscheibe ist oder man an der Ampel einfach nur nebeneinander im Auto steht. Zudem kann ein Bluetooth-Signal nicht durch Wasser gehen. Wasser ist damit auch unter anderem mit einem menschlichen Körper gemeint, durch den das Signal nicht durchkommt. Aus diesem Grund mahnen die Entwickler, die App nicht zu sehr zu überschätzen und sich trotz Verwendung weiter an Abstandsregelungen und Mund-Nase-Bedeckungen zu halten, wo es geboten ist. Die App könne nur einen begrenzeten Teil zu einer Normalisierung des alltäglichen Lebens liefern.

Weitere Funktionen der Tracing-App

Mit der App ist es auch möglich, Testergebnisse zu übertragen. Wer sich testen lässt, scannt beim Arzt oder Labor einen QR-Code mittels der App. Das Ergebnis dessen wird dann in die Corona-App übermittelt und dem Nutzer angezeigt.

Wie wirkt sich die App auf den Smartphone-Akku aus?

Viele Smartphone-Nutzer fürchten, dass sich deren Akku schneller entleert, wenn sie die App in Betrieb haben und diese, wie oben beschrieben, alle zweieinhalb bis fünf über Bluetooth Zahlencodes sendet und empfängt. Wie Mitentwickler SAP mitteilt, werde das BLE-Verfahren eingesetzt. Dieses steht für "Bluetooth Low Energy" und soll keine Auswirkungen auf den Stromverbrauch und den Akku haben. Ob das wirklich stimmt, wird die App in der Praxis auf vielen verschiedenen Plattformen und Smartphone-Modellen zeigen.

Unterstützte Plattformen und Geräte

Wer ein iPhone nutzt, muss die Version des Betriebsssystems iOS 13.5 installiert haben. Ältere Modelle, wie das iPhone 5 oder 6 werden nicht mehr unterstützt. Über Einstellungen - Datenschutz - Health muss dann noch die Bluetooth-Funktion aktiviert werden. An der Unterstützung der älteren Geräte wird aber gearbeitet, so die Entwickler. 

Android-Nutzer ab der Version 6 müssen ein Gerät haben, dass Bluetooth LE unterstützt. Zudem müssen die Google Play Services laufen.

Wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China darf Google seine Dienste nicht auf Huawei-Geräten anbieten. Dafür laufen auf Huawei-Handys nur Open-Source-Versionen von Android ohne Google-Dienste. Das Betrifft die Modelle Mate 30, P40 und Honor 30. Wer ein Huawei-Smartphone nutzt, kann die App dank einer Aktualisierung der Version 4.1.0.301 von HMS Core nutzen.

Wann ist die Corona Warn-App erfolgreich?

Damit die App einen Nutzen im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland hat, müssen 60 Prozent der Bevölkerung die App nutzen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Universität Oxford. Zwar gehen die Wissenschaftler auch schon von einem Erfolg bei einer niedrigen Nutzungsrate aus. Aber je dichter das Netz, desto besser und mehr COVID-19-Betroffene werden erfasst und Personen gewarnt, die in der Nähe eines Infizierten waren.

20 Millionen Euro Entwicklungskosten

Die Corona-App ist kostenlos, auch wenn die Entwicklung der Applikation rund 20 Millionen Euro verschlungen hat. Hinzu kommen 2,5 bis 3,5 Millionen Euro Betriebskosten. Das Geld fließt auch in die Finanzierung zweier Hotlines der Deutschen Telekom, bei der sich Nutzer helfen lassen können.

Hilfe, wenn die App auf dem Android nicht läuft

In manchen Fällen kann es sein, dass die Corona-Warn-App auf dem Android-Phone keinen aktuellen Status oder eine Fehlermeldung anzeigt. Das liegt daran, dass manche Geräte Apps, die im Hintergrund laufen in eine Art Ruhezustand versetzen. Um diesen Modus zu deaktivieren muss in den Geräte-Einstellungen, da in den App-Einstellungen der Corona-Warn-App, die Funktion "Akku-Optimierung" deaktiviert werden.

 

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