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Obst- und Gemüseklau: Bauern leiden unter Mundraub

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Immer mehr organisierte Banden räubern auf den badischen Feldern und Plantagen

Am vergangenen Wochenende haben Diebe in Hecklingen im Kreis Emmendingen rund 15 Kilo Kartoffeln von einem Feld abgeerntet. Und erst neulich wurden in Endingen und Sasbach am Kaiserstuhl mehrere Dutzend Kilo Kirschen geklaut.

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In Ettenheim wurden rund 50 Rebstöcke samt Eisenstangen gestohlen und in Hirschberg bei Heidelberg haben Unbekannte ein Artischocken-Feld komplett geplündert. Der Schaden: rund 10 000 Euro.
 
Aber es gebe auch immer mehr Wanderer und Spaziergänger, die sich einfach so auf den Plantagen bedienen, sagt Padraig Elsner, Pressesprecher vom Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband in Freiburg.
 
„Man hat den Eindruck, dass die Leute, wenn kein Zaun da ist, das als Einladung zum Naschen verstehen", so Elsner.
„Jeder von ihnen denkt, dass doch ein paar Kirschen oder ein Apfel keine große Sache ist, doch leider leiden Bauern dann unter der Masse derjenigen, die sich hier und da etwas stibitzen."
 
Wie hoch der Schaden in Baden für die Bauern tatsächlich ist, könne er aber nicht sagen.
 
Mundraub ist strafbar
 
Das Strafgesetzbuch sieht eine Geldstrafe oder – in schwerwiegenden Fällen – eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor.
 
Legales Ernten in Deiner Nähe
 
Auf der Plattform www.mundraub.org findest Du eine Karte, die Dir sagt, wo herrenlose Obstbäume stehen und wo legal Obst, Gemüse, Kräuter und Nüsse abgeerntet werden dürfen.

Auch darf auf öffentlichen Grünflächen und in Parks Obst und Gemüse in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf geerntet werden. Wild wachsende Früchte wie Beeren oder auch Pilze und Kräuter dürfen ebenfalls, sofern sie auf öffentlichen Flächen, die betreten werden dürfen, mitgenommen werden.  
 
Schöne Idee aus Friesenheim in der Ortenau
 
Auf dem Tina-Pfad steht eine Skulptur- ein Körblebaum, der dazu einlädt das Obst der Bäume auf der Wiese zu pflücken. Dazu darf man die Körbchen benutzen. Initiiert wurde die Idee vom Verein Tina.

Auf dem Obsthof Sehringer kannst Du selbst Kirschen pflücken am Freitag dem 26. Juni und Samstag dem 27. Juni zwischen 15 und 18 Uhr. Die Kirschen wachsen an niedrigen Bäumchen auf Plantagen. Vor Ort gibt’s eine Mitarbeiterin, die abwiegt und abkassiert. Keine Voranmeldung nötig, Gefäße mitbringen. Die Anlage ist groß genug, so dass genügend Abstand zu anderen Pflückern eingehalten werden kann.

Normalerweise bietet der Obsthof mehrere Wochen lang Kirschen zum Selbstpflücken an, diesmal wegen Frostschäden und Corona nur diese zwei Tage!
 

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