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Corona-Ausbrüche in Schlachtbetrieben: Woher kommt mein Fleisch?

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Eine Übertragung des Coronavirus über den Verzehr von Fleisch ist nicht bekannt.

Es ist Sommer, die Tage sind länger und es wird viel gegrillt. Nach den Corona-Vorfällen in verschiedenen Schlachtbetrieben, sind sich viele Verbraucher beim Kauf von Fleisch unsicher. Kann ich mich über das Fleisch am Corona-Virus infizieren und woran erkenne ich, woher das Fleisch aus meinem Supermarkt stammt?

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Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise dafür, dass sich jemand durch den Verzehr von Fleisch mit dem Coronavirus infiziert hat. Eine Übertragung über Oberflächen, die mit dem Virus verunreinigt wurden, ist möglich. Das ist jedoch nur kurz nach der Verunreinigung wahrscheinlich. Daher empfiehlt es sich, Fleisch und Gemüse auf jeweils verschiedenen Schneidebrettern zu bearbeiten. Außerdem gilt, trotz der geringen Infektionsgefahr, Fleisch vor dem Verzehr ausreichend zu garen. 
 

Wird Fleisch im Supermarkt gekauft, findet sich immer ein ovales Identitätskennzeichen auf der Verpackung. In der obersten Zeile des Identitätskennzeichens kann man ablesen, aus welchem EU-Land das Fleisch stammt. Für Fleisch aus Deutschland steht demnach „DE“. In welchem Bundesland das Fleisch bearbeitet und verpackt wurde, kann man in der zweiten Zeile sehen. Wie in dem unteren Beispiel dargestellt, würde das Fleisch hier aus Nordrhein-Westfalen („NW“) kommen. Für Rheinland-Pfalz steht „RP“ und für Baden-Württemberg steht „BW“. Nach dem Bundesland folgt in der zweiten Zeile eine fünfstellige Zulassungsnummer. Mit dieser Nummer kann jeder über eine Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) den Schlachtbetrieb ermitteln. Wer nach der Zulassungsnummer eines bestimmten Betriebes suchen möchte, kann das ebenfalls auf der Webseite des BVLs machen. Wird Fleisch jedoch in einem anderen Betrieb weiterverarbeitet, um es zu marinieren, wird auf der Verpackung die Zulassungsnummer des weiterverarbeitenden Betriebes angegeben.

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Bildquelle: Verbraucherzentrale

Discounter waren große Annehmer von Tönnies-Fleisch

Der Betrieb in der Großschlachterei Tönnies im Kreis Gütersloh wurde nach dem Ausbruch des Coronavirus stillgelegt. In dem Fleischzerlegebetrieb wurden neben der Verarbeitung von Fleisch, auch Tiefkühlprodukte produziert. Aldi und Lidl waren große Abnehmer von Tönnies-Fleisch. Aber auch in den Regalen von anderen Einzelhändlern findet man Produkte von Tönnies. Das Handelsblatt berichtet, dass Aldi und Lidl ihr Fleisch vorsorglich seit letztem Montag über andere Fleischlieferanten bezieht. Lidl befinde sich jedoch weiterhin in Gesprächen mit Tönnies. Bei Lidl lief Tönnies-Fleisch unter der Marke „Landjunker“ und betraf Puten-, Hähnchen- und Schweinefleisch. In Aldi-Märkten konnte man Tönnies-Fleisch unter dem Namen „Meine Metzgerei“ finden. In den Regalen von anderen Einzelhändlern ist Tönnies bei der Produktion von folgenden Marken beteiligt: Astro, Böklunder, Dölling, Gutfried, Hareico, Könecke, Lutz, Marten, Naumburger, Plumrose, Redlefsen, Weimarer, Zerbster Original, Zimo, Jensens, Heine’s, Wikinger, Tillmans, Schulte, Wilx und ZMI.

Bei Tönnies wurden über 1500 Corona-Fälle festgestellt. Doch das ist nicht die einzige Fleischfabrik. Auch bei Westfleisch, ebenfalls in Nordrhein-Westfalen, gab es in der Vergangenheit Corona-Ausbrüche. Greenpeace kritisiert die schlechten Arbeitsbedingungen in den Schlachtbetrieben. Die Produktion von Billigfleisch führe dazu, dass Arbeiterinnen und Arbeiter ausgebeutet werden und bei der Massentierhaltung immer wieder zu Antibiotika gegriffen wird, wodurch lebensbedrohliche, multiresistente Keime entstehen.

 

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