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Abitur in der Pandemie: Eine Schülerin berichtet

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Wie ist das trotz Corona seinen Abschluss zu machen?

Am Dienstag, den 4. Mai, beginnen die Abiturprüfungen in Baden-Württemberg. Dies ist schon der zweite Abiturjahrgang, der während des Lockdowns seine Prüfungen wahrnehmen muss. Eine Schülerin aus Weinheim berichtet.

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Julia aus Weinheim berichtet von ihrem Abitur 2020
 
Anfang letzten Jahres, im März, mussten die Schulen wegen der Coronapandemie schließen. Seitdem gab es keinen normaler Unterricht, was mit Sicherheit für alle Altersstufen schwer ist, aber besonders für die Abschlussklassen. Julia aus Weinheim hat letztes Jahr ihr Abi gemacht und berichtet:

Während der schulfreien Zeit wurde vereinzelt über Skype unterrichtet, aber auch nur von den wenigsten Lehrer:innen. Von den meisten habe man wochenlang höchstens eine E-Mail mit Aufgaben erhalten. Einige Schüler:innen haben versucht, die viele freie Zeit im Lockdown ins Lernen zu stecken, allerdings sei es sehr schwer gewesen dafür Motivation zu finden. Durch die lange Debatte, ob und wann überhaupt die Prüfungen stattfinden sollten, wurde die Verunsicherung immer größer und der Ehrgeiz immer kleiner.

Nach mehreren Wochen kompletter Schulschließung durfte die Oberstufe zurück an die Schule, aber ganz anders als es vorher der Fall war.

Es sei sowohl für Schüler:innen, Lehrer:innen und die Schule überfordernd gewesen, beschreibt Julia, wofür auch die sehr kurzfristigen und undurchdachten Entscheidungen der Politik verantwortlich gewesen seien. Der Unterricht wurde zunächst nur in den Hauptfächern weitergeführt, um auf die verschobenen Prüfungen vorzubereiten. Der Jahrgang 2020 hatte das Glück im Unglück, dass bereits bis März der meiste Lernstoff unterrichtet war und es nur noch ums Üben ging.

Die Prüfungen an sich wurden gut organisiert. Es wurden die größten Räume in der Schule zu Prüfungsräumen umfunktioniert wie zum Beispiel die Aula und die Mensa.
 

So gut es ging haben sich alle an die Hygienemaßnahmen gehalten, aber am Ende waren trotzdem alle einfach nur froh, dass es vorbei war.

 
Oft wurde man damit getröstet, dass die Prüfungsaufgaben an die schwierigen Umstände des Jahrgangs angepasst werden würde, was aber laut den Schüler:innen leider nicht der Fall war.

Für die gesamte Situation kam von der Schule nur sehr wenig Verständnis laut der Schülerin. „Immer wieder wurde viel geredet, aber geholfen wurde uns nicht.“ Damit ist sie nicht die Einzige. Viele Schüler:innen berichten davon, dass sie sich von den Lehrer:innen und der Schulleitung im Stich gelassen fühlten. Vor allem für den diesjährigen Abiturjahrgang ist es nochmal besonders schwer. Die damals 11. Klasse musste vor dem Abitur nun auf mehr als ein komplettes Jahr normalen Unterricht verzichten und darf mit dieser Vorbereitung nun die diesjährigen Prüfungen antreten.
 

Dass die Situation für alle neu und schwierig ist, ist selbstverständlich. Doch etwas Entgegenkommen von einigen Lehrern und der Schule wäre für uns Schüler wirklich eine Entlastung gewesen.

Auch die Zeit nachdem Abitur wird durch Corona negativ beeinflusst. Viele Schüler:innen wollen raus in die Welt oder studieren. Die Weltreise muss aber wohl leider noch warten und ein Studium online zu beginnen ist auch nicht gerade, wie man sich es vorstellt. Die Pandemie erschwert den Abiturient:innen eine sehr wichtige Zeit im Leben leider erheblich und trotzdem bleibt nichts anderes übrig, als das beste daraus zu machen.
 
 

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