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Wir begleiten die mobile Pflegerin Bettina den ganzen Morgen

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Pflegerin Bettina aus Südbaden nahm uns bei ihrer Frühschicht mit

Bettina Hajredini ist Pflegerin beim Regio-Pflegedienst Klee aus Müllheim in Südbaden. Heute, am 12. Mai, war sie in Staufen im Breisgau, einer Außenstelle des Dienstes, zusammen mit ihrer Kollegin Katharina unterwegs und begleitete diese bei ihrer Pflegetour. Uns nahm sie heute den ganzen Morgen live mit und erzählt uns von ihrem Arbeitsalltag in der ambulanten Pflege.

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"Es ist kurz nach 6 Uhr und unsere Frühschicht beginnt bei uns im Büro", so Bettina. Hier verschafft sie sich zusammen mit ihren Kolleg:innen einen Überblick darüber, was heute ansteht, die Schlüssel der Klienten und die benötigte Medikation werden eingepackt. Um 6.10 Uhr machen sich die beiden auf den Weg zum ersten Klienten. Fünf Minuten später treffen die beiden beim ersten Klienten ein. Der Mann wird mit einer Kompressionsversorgung bedient.

"Unser Pflegedienst versorgt Menschen vom Pflegegrad 1 bis 5. Aber auch Menschen ohne Pflegegrad. Da geht es oft um ärztliche Verordnungen, dass häusliche Pflege gesichert ist. Für uns ist es wichtig, die Menschen so lange wie möglich zu Hause versorgen zu können, damit sie sich sicher fühlen."

Meist geht es mehr als nur um den Kompressionsverband. Viele Klient:innen wohnen alleine. Die ambulanten Pfleger:innen seien meist die einzige Person, die die Klient:innen am Tag sehen, betont Bettina, da gehe es auch darum, dass sie sich die zu pflegenden Personen wertgeschätzt fühlen.

Um 6.25 Uhr geht es bereits zur nächsten Klientin. Bei ihr geht es um eine Insulinversorgung. Hier wird mit Medikation versorgt sowie der Blutzucker gemessen. Die Herausforderung bei dieser Klientin ist es, je nach Blutzuckerergebnissen richtig zu reagieren. Bettina erzählt: "Es geht nicht nur ums Messen und Verabreichen, hier müssen wir auch beratend tätig sein". Je nach Ergebnis muss mit der Klientin, den Angehörigen und den Ärzt:innen gesprochen werden.

 

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"Es ist 7.15 Uhr und wir stehen vor dem Haus der fünften Klientin." 

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"Unter den Pflegediensten herrscht schon lange keine Konkurrenz"

Die Touren beginnen morgens immer um 6 Uhr. Die Länge der Touren sei immer unterschiedlich und sei immer davon abhängig, welche Pflege an diesem Tag anstehe und was sich die Leute zu welcher Zeit wünschen, erzählt Bettina. „Einen Kompressionsstrumpf kann man nicht um 13 Uhr anlegen", so die mobile Pflegerin. 
 

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"Aktuell sind wir bereits bei der neunten Klientin. Es gab bereits einen Vorfall, der uns ein wenig nach hinten wirft", berichtet Bettina. Da eine Verwandte einer Kollegin positiv auf das Coronavirus getestet wurde, muss diese nun in Quarantäne und das Ergebnis eines PCR-Tests abwarten. Die Klienten der Kollegin müssen nun übernommen werden. 
 

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"Es ist 9.20 Uhr und es gab bereits den zweiten Zwischenfall", erzählt Bettina, "wir haben einen Anruf von einer Kollegin bekommen, dass einer ihrer Klientinnen auf dem Boden liegt und sie unsere Hilfe braucht." Nun müssen Bettina und ihre Kollegin Katharina bei den eigenen Klient:innen anrufen und Bescheid geben, dass sie sich verspäten. Bei der auf dem Boden liegenden Person muss geschaut werden, ob die Pflegerinnen helfen können oder ob ein Notarzt dazu gezogen werden muss. 

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"Es handelt sich nicht um einen akuten Notfall."

"Aktuell befinden wir uns 50 Minuten in Verzug", berichtet die mobile Pflegerin. Bei solchen Vorfällen hilft auch immer die Verwaltung des Pflegedienstes und kontaktiert die Klient:innen. 
 

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Bettina und ihre Kolleg:innen haben Glück, da die Verwaltung ihres Pflegedienstes unter der Woche eigentlich immer telefonisch erreichbar ist, falls sie nachfragen haben. Auch am Wochenende kann immer ein Bereitschaftsdienst erreicht werden. Die meisten Entscheidungen, was die Versorgung der Patienten betrifft, müssen allerdings vor Ort und direkt getroffen werden, was einer enormen Verantwortung entspricht. 

 

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Letzter Klient für Bettina und ihre Kollegin Katharina, danach geht es zurück auf den Stützpunkt und zur Nachbesprechung. Da wird geschaut, welche Ärzt:innen zu informieren sind. Wenn die Bürotätigkeiten beendet sind, geht die Katharina in den Feierabend und Bettina fährt zurück nach Müllheim, wo es für sie weitergeht.
 

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Wie geht es in Müllheim weiter?

 

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Der Dienstplan muss umstrukturiert werden, da die Kollegin mit dem Coronafall im näheren Umfeld solange ausfällt, bis das Ergebnis des PCR-Tests ausfällt. Alle Klienten, die in ihrer Tour enthalten waren, müssen nun auf andere Kolleginnen verteilt werden. Bettina Hejredini berichtet: 

"Solche Sachen bedeuten dan auch immer, dass andere Sachen liegen bleiben, da wir jetzt auch nicht so diese Mitarbeiterfülle haben."

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Absagen an Klient:innen

 

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"In der ambulanten Pflege fährt man eigentlich immer allein. Ab und zu hat man Glück und es fährt ein Schüler mit. Aber eigentlich ist man alleine und muss ziemlich schnell eine Entscheidung treffen."

"Mein Tag ging anders aufregend weiter", so die mobile Pflegerin. Bettina Hajredini kommt am Hauptsitz in Müllheim an. Es sind bereits einige Kolleg:innen von ihrer Tour zurückgekehrt und haben Fragen, die geklärt werden müssen. Bettina muss noch mehrere Telefonate führen und Ärzt:innen informieren.

Durch die Corona-Pandemie geriet das Thema Pflege stark in den Vordergrund. Doch für Bettina war Pflege schon immer topaktuell: 
 

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Aufmerksamkeit durch Corona

 

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"Als ich mich entschieden habe, die Ausbildung anzufangen, war ich schon etwas älter", erzählt uns die mobile Pflegerin. Nach der Ausbildung hat sie sich bewusst dafür entschieden weiterzumachen, um in der Pflege auch etwas verändern zu können oder auch etwas anders zu machen. "Ich möchte die Vorurteile gegenüber privater Pflegedienste kippen, möchte, dass die Leute genau hinschauen, was Pflege heißt. Wir machen das nicht, weil es halt ein Job ist, sondern weil es eine Haltung und eine Einstellung ist. Das ist eine Berufung!", so Bettina. 

Was die Lohndiskussion in der Pflege angeht, sieht Bettina zu wenig Diskussion darüber woher das Geld für die Pflege herkommen soll: 
 

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Lohndiskussionen in der Pflege

 

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