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2022: Das Aus für bunte Tattoofarben?

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Sorge vor gesundheitsschädlichen Stoffen

Ab 2022 könnten innerhalb der EU bunte Tattoofarben verboten werden. Warum das so ist und was die Reaktionen darauf sind, erfährst du hier.

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Warum gerade bunte Farben?

Genau genommen handelt es sich um die Pigmente „Blau 15“ und „Grün 7“. Die Europäische Chemikalienagentur will die Farbpigmente ab Januar 2022 verbieten, weil sie in Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Sichere Studien dazu fehlen aber noch. Laut des Bundesinstituts für Risikobewertung seien sie bereits für die Verwendung in Haarfärbemitteln verboten. Tattoofarben werden von der EU als Kosmetikprodukte gewertet. Deswegen könnte das Verbot nun auch Tattoofärbemittel betreffen.

Gibt es Alternativen?

Ein Verbot dieser Pigmente wäre für Tätowierer verheerend. Gordon Lickefett, Vorstand des Bundesverbands Tattoo, sagt dazu:

"Wenn diese beiden Pigmente verboten werden, sind künftig zwei Drittel aller Farben vom Markt verbannt."

Das liegt daran, dass viele Mischtöne „Blau 15“ und „Grün 7“ verwenden.

Sind sie schädlicher als schwarze Tattoos?

Wie und ob Tattoos schädlich sind, ist nach wie vor nicht geklärt. Fakt ist, dass jede Tattoofarbe allergische Reaktionen auslösen kann. Bei dunklen und schwarzen Farben ist dieses Risiko nur geringer, da sie meist keine schädlichen Stoffe enthalten.
Bei Farben, die nicht offiziell zugelassen sind, werden oft schädliche Pigmente beigemischt, wie Eisenbestandteile und sogar Autolack. Auch bei unseriösen Tätowierern besteht die Gefahr, dass sie nicht zugelassene Farben verwenden, wie „Blau 15“ und „Grün 7“, sollten sie tatsächlich verboten werden.

Petition soll dagegenwirken

Die Petition „Save the Pigments“, die als Reaktion daraufhin gestartet wurde, soll das Verbot stoppen. Etwa 50.000 Leute aus ganz Europa unterstützen sie bereits. Auch die Tätowierer selbst halten zusammen und plädieren auf ihren Social-Media-Kanälen gegen das Verbot.

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