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Winterruhe: Wieso zu frühes Aufwachen für Igel lebensgefährlich sein kann

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Aktuell sieht es beim Blick aus dem Fenster weniger nach Winter aus. Ohne Winter auch kein Winterschlaf. So ergeht es den Tieren, die im Moment eigentlich ihr monatelanges Nickerchen machen würden. Igel erwachen zu früh aus ihrem Winterschlaf und suchen verzweifelt nach Futter.

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Was passiert, wenn der Igel zu früh aufwacht?
 
Normalerweise halten Igel in der Zeitspanne von November bis März Winterschlaf. Dieser Zeitraum kann sich aber zeitlich verschieben, wenn Insekten besonders knapp sind. Denn um die fünf Monate ohne Nahrung durchzuhalten, müssen die kleinen Säugetiere zuvor Unmengen an Insekten verzehren. Anschließend fahren sie ihren Stoffwechsel auf ein Minimum herunter und senken die Körpertemperatur ab.
 
Wenn die Tiere allerdings früher aufwachen, finden sie zu diesem Zeitpunkt nicht genug Futter. Auch die anhaltenden hohen Temperaturen bedeuten für sie einen erhöhten Kalorienverbrauch und Stress. Sobald die Temperaturen dann wieder sinken, können die Tiere zwar wieder einschlafen doch das ist meist kein tiefer Winterschlaf und sie verbrauchen auch mehr Energie

Wenn sie dann Anfang Januar wach sind, bleibt die Nahrungssuche erstmal erfolglos und viele Igel verhungern. Ihr Winterspeck reicht lediglich für etwa zwei Wochen. 
 
Verändertes Klima
 
Doch scheinbar spielt nicht nur das Wetter eine Rolle beim Ausbleiben des Winterschlafs, auch die Helligkeit sowie schlechte Vorbereitung können entscheidende Faktoren sein. Aber nicht nur Igel, sondern auch die Ruhe von Mäusen und teilweise Eichhörnchen sind durch die milden Temperaturen in ihrer Winterruhe gestört. Und auch die ein oder andere Honigbiene sieht man bereits herumfliegen.
 
Insgesamt ist das Problem, dass durch das veränderte Klima, zeitliche Abläufe aus den Fugen geraten. Experten vergleichen Flora, Fauna und das Klima mit Uhren, die früher perfekt aufeinander abgestimmt waren und mittlerweile "falsch gehen"
 
Was tun, wenn man einen Igel findet?
 
Wer einen Igel findet, sollte ihn füttern, raten Experten. Sie finden zwar Würmer aber andere Insekten kaum. Wasser und Katzenfutter soll helfen, egal ob Trocken- oder Nassfutter. Das ist eine beliebte Speise und bringt den Igel auch durch die nahrungsarme Zeit. Und natürlich sollte man das Tier möglichst schnell bei einem wildtierkundigen Veterinär untersuchen lassen.
 
Mehr Informationen findest du online unter: www.pro-igel.de
 

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