Corona

Luca-App: Zukunft in Bundesländern offen

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Für kurze Zeit sah es aus, als wäre die Luca-App die Innovation im Kampf gegen das Coronavirus und würde endlich das Problem der nicht nachvollziehbaren Infektionsketten lösen. Doch Experten üben mittlerweile Kritik an der App. Aber was ist eigentlich das Problem?

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Die Luca-App:

Die Luca-App soll Restaurantbesitzern und Event-Veranstaltern helfen, die in den meisten Bundesländern gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Kontakte der Besucher ohne Zettelwirtschaft zu erledigen. Auch Impfnachweise können hinterlegt werden. Darum haben auch 13 von 16 Bundesländer eine Lizenz für die App erworben. Seit Sommer 2021 hängen seitdem in vielen Restaurants und Geschäften die QR-Codes, mit denen sich Besucher "einchecken" können. Bei Bedarf sollen die Gesundheitsämter die Daten einsehen und so mögliche Ansteckungen früh nachvollziehen können.
 
Wird die App noch genutzt?
 
Doch die Praxis im Januar 2022 sieht anders aus: Die hohen Infektionszahlen haben eine Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter quasi unmöglich gemacht und das macht auch die Luca-App weniger wichtig. Trotzdem werben die Betreiber der Luca-App aktuell dafür ihre Lizenzverträge mit den Bundesländern zu verlängern, auch über das Jahr 2022 hinaus. 
 
Mainzer Polizei fragt Daten ab
 
Negative Aufmerksamkeit erregte vor allem ein Vorfall in Mainz der vor wenigen Tagen aufgedeckt wurde. Demnach griff die Polizei in Mainz bei Ermittlungen zu einem tödlichen Sturz in einer Gaststätte über das Gesundheitsamt auf Daten aus der App zurück ohne ausreichende Rechtsgrundlage. Danach verlangten einzelne Politiker, dass Bundesländer auslaufende Verträge der App nicht verlängern. Die Aktion der Polizei in Mainz wurde aber auch von den Machern der Luca-App scharf kritisiert. Doch die unerlaubte Abfrage von Daten aus der Luca-App durch Ermittlungsbehörden in Mainz ist wohl kein Einzelfall
 
Hat die Luca-App eine Zukunft?
 
Baden-Württemberg will Ende Februar über die weitere Nutzung der Luca-App für die Corona-Kontaktdatenverfolgung entscheiden. Und auch laut Regierungssprecherin Andrea Bähner, hat Rheinland-Pfalz noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Der Vertrag mit den Betreibern der Software läuft nämlich Ende März aus und verlängert sich ohne eine fristgerechte Kündigung automatisch. 
 
Dennoch muss das nicht heißen, dass die Luca-App auf einmal verschwindet. In den Nutzungsbedingungen der App ist zwar eine Nutzung zur Kontaktverfolgung festgeschrieben. Diese Bedingungen könnten allerdings wieder geändert werden. Möglich wäre etwa auch ein Wechsel im Geschäftsmodell. Also weg von der Pandemie-App hin zu Funktionen im Gastronomie- und Event-Bereich. Erste Schritte hat die App bereits gemacht, denn seit kurzem können Restaurants zum Beispiel auch Speisekarten in der App hinterlegen.
 
Kann die Corona-Warn-App auch QR-Codes der Luca-App scannen?
 
Ja, kann sie! Nutzer:innen der Corona-Warn-App können ab sofort mit ihrer App bei Veranstaltungen und an Orten einchecken, deren Betreiber QR-Codes von Luca zur Eventregistrierung anbieten. Die Corona-Warn-App kann nämlich die Luca-QR-Codes scannen und lesen - umgekehrt geht es allerdings nicht. 
 
Auch an der Funktionsweise und den hohen Datenschutzstandards der Corona-Warn-App ändert sich dadurch nichts. Denn die App erfasst weiterhin keine personenbezogenen Daten. Das heißt, es werden keine Daten von der Corona-Warn-App an die Luca-App übertragen. Allerdings kann die Corona-Warn-App nur Luca-Codes einscannen, die ab dem 25. Mai 2021 erzeugt wurden. Ältere Codes müssen noch aktualisiert werden.
 
 

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