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TSG Hoffenheim: Land streicht Fußballerin das Lehrerinnen-Gehalt, weil sie Profi ist

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Sie verdient mit 2500 Euro zu viel.

Nach dem EM-Finale versprach Kanzler Olaf Scholz den deutschen Fußballerinnen, dass er sich für verbesserte Arbeitsbedingungen im Frauenfußball einsetzen werde. Das ist dringend nötig, wie der Fall von TSG Hoffenheim-Spielerin Chantal Hagel zeigt. Sie bekommt vom Land Baden-Württemberg ihr Referendariats-Gehalt gestrichen, da sie mit 2500 Euro als Fußball-Profi zu viel verdient.

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TSG Hoffenheim-Mittelfeld-Frau Chantal Hagel hat wie viele andere Profi-Spielerinnen in der Frauen-Bundesliga einen Job neben der Karriere auf dem Platz. Oft, weil das Gehalt im Profi-Bereich, anders als bei der Männer-Bundesliga, nicht zum Leben reicht. Hagel studiert neben ihrer Karriere und möchte Lehrerin werden. Aktuell absolviert sie ihr Referendariat in einer Grundschule. Dort stünden ihr monatlich 1500 Euro zu. Das Land Baden-Württemberg hat allerdings das Gehalt gestrichen, da sie in ihrer Nebentätigkeit als Fußballerin bei der TSG Hoffenheim zu viel verdient. Laut Informationen der „Bild am Sonntag“ überweist die TSG der 22-Jährigen monatlich 2500 Euro.

Das Land Baden-Württemberg begründet seine Entscheidung mit dem Landesbesoldungsgesetz. Das besagt: "Erhält ein Anwärter ein Entgelt für eine andere Tätigkeit innerhalb oder außerhalb des öffentlichen Dienstes, wird das Entgelt auf die Anwärterbezüge angerechnet, soweit es diese übersteigt. Dies gilt auch, wenn der Anwärter einen arbeitsrechtlichen Anspruch auf ein Entgelt für eine in den Ausbildungsrichtlinien vorgeschriebene Tätigkeit hat."

Hagel wird trotzdem ihrer Tätigkeit als Lehrerin nachgehen, wie sie der „Bild am Sonntag“ mitteilt. Es sei zwar schade, dass es für ihre Leistung abseits des Fußballplatzes keine entsprechende Entlohnung bekommt.

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