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BRUCHSAL: "STUTTGART 21"-ERDE FÜR GOLFCLUB?

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Laut Gondelsheims Bürgermeister würde "Stuttgart 21" und der Bruchsaler Golfclub eine "Allianz zu Lasten der Bevölkerung in der Region" eingehen.

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Es war eine kuriose Geschichte, die am Mittwochmorgen durch die Regenbogenwelt geisterte. Markus Rupp, der Bürgermeister der Gemeinde Gondelsheim bei Bruchsal, schrieb in einer Pressemitteilung, dass "Stuttgart 21" und der Bruchsaler Golfclub eine "Allianz zu Lasten der Bevölkerung in der Region" eingehen würde.


Die Erde von Stuttgart 21 soll nach Bruchsal?

In der Landeshauptstadt wird der Hauptbahnhof unter die Erde verlegt. Dazu muss aber erst mal ein gigantisches Loch ausgehoben werden, das, laut Pressemitteilung, aus 10 Millionen Kubikmetern Erde bestehe. Diese Erde müsse dann ja schließlich auch irgendwo anders hin, und zwar zum Bruchsaler Golfclub. Bürgermeister Rupp gibt sich kämpferisch und schreibt: "Sollte es richtig sein, dass der Bruchsaler Golfclub rund 10 Millionen Kubikmeter Erde im Bruchsaler Langental aus dem Projekt 'Stuttgart 21' einbauen lassen möchte, um so seine hohen Investitionen der jüngeren Vergangenheit zu refinanzieren, dann werde dies auf seinen erbitterten Widerstand stoßen." Weiter schrieb er: "Eine kleine Personengruppe darf zur Ausübung ihres Hobbys nicht die Lebens- und Wohnqualität zigtausender Menschen in unserer Region belasten."

1 Million LKW-Ladungen über die B 35?

Es ist nicht nur das angebliche Verhalten des Golfclubs, dass Rupp erzürnt, sondern auch die entstehende Verkehrsbelastung durch die mehr als eine Million LKW-Fahrten, die Bürgermeister Rupp überschlagen hat. Die Anwohner seien aber bereits heute durch Mautausweichler und die Ausweichverkehre durch Autobahnbaustellen über Gebühr belastet. Er könne eine zusätzliche Lärmbelastung seiner Gondelsheimer Bevölkerung nicht akzeptieren. Aber auch Bretten oder die Bruchsaler Stadtteile Helmsheim und Heidelsheim wären davon natürlich betroffen. "Wir können dies den Menschen in der Region nicht zumuten!", so Gondelsheims Bürgermeister.

Das ist offenbar aber nicht sein einziges Problem, denn dass die B 35 bereits heute in weiten Teilen eine Holperstrecke sei, ja einem Flickenteppich gleichkomme, müsse er nicht betonen. Deshalb sei es auch volkswirtschaftlich nicht zu verantworten, dass der Bruchsaler Golfclub möglicherweise Millionen mit dem Erdaushub aus Stuttgart verdiene, die Bürger aber über Steuern die Sanierung der kaputten Straßendecken zu tragen hätten.

"An der Sache ist nichts dran"

Heinz Landhäuser, der Clubpräsident des Bruchsaler Golfclubs sagte gegenüber Radio Regenbogen: "An der Sache ist nichts dran" und wehrt sich gegen die Vorwürfe von Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp.

Geplant sei lediglich ein Teilrückbau von drei Bahnen. "Stuttgart 21" habe damit aber definitiv nichts zu tun. Erde sei in der Region um Bruchsal genug da und außerdem müsse der Gemeinderat noch über die Baupläne entscheiden. Außerdem seien die genannten Zahlen von Bürgermeister Rupp "völlig unrealistisch".

Weiterhin sagte Clubpräsident Heinz Landhäuser, dass man mit der Erde von "Stuttgart 21" den Bruchsaler Golfplatz auf eine Höhe von fünf Metern komplett begraben könne.

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