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Zuwachs? Neckarsteinach möchte badisch werden

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Die Neckarsteinacher wollen keine Hessen mehr sein und lieber zu Baden-Württemberg gehören.

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Die südhessische Stadt Neckarsteinach will badisch werden. Der Bürgermeister der rund 3800-Kommune, Herold Pfeifer (SPD), ist der Meinung, dass die südhessische Stadt vom Bundesland vernachlässigt wird, deshalb möchte die Stadt zu Baden-Württemberg gehören.


Hauptgrund für den gewünschten Wechsel sei die schlechte finanzielle Ausstattung der Kommunen in Hessen. Seit der Umstellung des Stadthaushalts vor fünf Jahren habe die vorher schuldenfreie Odenwald-Kommune jedes Jahr ein Defizit von 700.000 Euro erwirtschaftet. Begründet wird das mit dem neuen kommunalen Finanzausgleich.

Was würde sich für die Bürger ändern?

Auch die Bürger wünschen sich nach Angaben des Bürgermeisters einen Wechsel. Würde die Kommune baden-württembergisch werden, hätten die Einwohner auf einen Schlag gleich zwei Feiertage im Jahr mehr: Heilige Drei Könige und Allerheiligen. Für die Menschen in Neckarsteinach wäre zudem vieles unkomplizierter. Die meisten arbeiten in Baden-Württemberg und auch die Schulferien sind bereits an die unterrichtsfreien Zeiten des Nachbarbundeslandes angepasst. In Neckarsteinach müssten allerdings dann drei Bordelle dicht machen. Sie sind in kleineren Gemeinden in Baden-Württemberg verboten. Was wollen also die Büger von Neckarsteinach?

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Würde Baden-Württemberg für Neckarsteinach zahlen?

Es ist noch nicht klar, ob man in Baden-Württemberg die Hessengemeinde überhaupt will, denn die Hessen würden für die verlorene Gemeinde bestimmt eine Ausgleichszahlung verlangen. Als beispielsweise vor fünf Jahren eine sechs Fußballfelder große Gemeinde mit 22 Einwohnern von Hessen nach Nordrhein-Westfalen abgetreten wurde, sind fast 400.000 Euro geflossen. Bei einer Stadt mit 3800 Einwohnern wie Neckarsteinach wird das wohl wesentlich mehr Geld sein. Ob sich das Baden-Württemberg leisten möchte, ist unklar.

Wie kann Neckarsteinach badisch werden?

Der Bürgermeister lässt nun prüfen, welche Voraussetzungen es für einen Länderwechsel gibt. Unsere Landeskorrespondentin Barbara Schlegel erklärt das Prozedere:

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Wir sagen jetzt auf jeden Fall schon mal: HERZLICH WILLKOMMEN!!

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Dem Bürgermeister der Stadt, Herold Pfeifer, habt unsere Morgenreporterin Sara Baas schon mal einen Willkommens-Korb mit regionalen Produkten (Schwarzwälder Schinken, regionales Bier und vieles mehr) überreicht! Die Hessische Landesregierung will seine Bürger aber nicht so einfach gehen lassen. In einer Stellungnahme des Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, heißt es: "Wir sehen keinen Grund, einen solchen Wechsel zu unterstützen."

die ganze stellungnahme

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