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Zeit für Helden: Wann muss ich einschreiten?

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Wann muss ich einschreiten? Und wann halte ich mich besser raus? Rechtsexperte Ingo Lenßen und die Polizei geben Tipps.

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Wann muss ich einschreiten? Und wann halte ich mich besser raus? Rechtsexperte Ingo Lenßen gibt Tipps.

Man läuft abends durch den Ort und sieht, wie ein Mädchen in einer Seitenstraße bedrängt wird oder ein Junge gerade verprügelt wird. Dass man in dieser Situation helfen sollte und nicht nur einfach wegschauen, ist klar. Aber wie hilft man am besten ohne sich selbst in Gefahr zu bringen oder sich selbst sogar strafbar zu machen? Radio Regenbogen Rechtsexperte Ingo Lenßen empfiehlt sich vor allem auch selbst zu kennen:

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Lenßen empfiehlt erst die Polizei zu rufen, dann laut um Hilfe rufen und wenn das alles nichts hilft, dann im Zweifel auch durch aktives Eingreifen. Wichtig ist, dass Hilfe geholt wird. Reines Gaffen kann schnell strafbar werden. Wenn sich ein Unglück ereignet oder erkennbar jemand in Not ist, ist man verpflichtet, das Mögliche und Zumutbare zu machen, damit Hilfe geleistet werden kann. Entweder durch einen selbst oder durch andere. Zumutbar ist zumindest immer den Notruf abzusetzen, also die Polizei zu verständigen.

So reagiert man richtig in Notsituationen!

Der Referent für Kriminalprävention und der Geschäftsführer des Vereins Prävention Rhein Neckar e.v., Günther Bupenitschik, erklärt, was man auf keinen Fall tun sollte:

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Die sechs Regeln zum richtigen Helfen

1. Gefahrlos handeln

Manchmal hilft schon ein lautes Wort oder eine kleine Geste, um den Täter einzuschüchtern und von seinem Vorhaben abzubringen. Wichtig ist auf jeden Fall eine umsichtige Reaktion: Niemand erwartet, dass Sie Ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen und den Helden spielen.

2. Mithilfe fordern

Laut und deutlich an die umstehenden Personen appelieren: „Sie, die Dame mit dem Hut: Holen Sie die Polizei.” Man sollte sich an das Personal in öffentlichen Verkehrsmitteln wenden. Eine starke Gemeinschaft sorgt für ein zivilisiertes Zusammenleben und ein friedliches Miteinander.

3. Genau hinsehen

Kleine Hinweise können auch im Nachhinein noch hilfreich sein, denn ohne genaue Beschreibung kommen die Ermittlungen der Polizei oft nicht voran.

4. Hilfe holen

Beim Notruf kommt es darauf an, der Polizei das Geschehen in wenigen Worten, aber dennoch umfassend zu schildern („Wer?”, „Was?”, „Wo?”, „Wann?”).

5. Opfer versorgen

Helfen kann jeder – auch wenn man es sich im ersten Augenblick womöglich nicht zutraut. Auch Worte und Zuwendung kann einem Opfer unter Umständen helfen.

6. Als Zeuge mithelfen

Man kann im Anschluss dazu beitragen, dass Straftaten aufgeklärt werden können.

Wo fängt Zivilcourage an?

Aber nicht immer geht es zum Glück um Leben und Tod, werden Frauen bedrängt oder Jugendliche verprügelt. Wo fängt eigentlich Zivilcourage an? Wir haben unseren Rechtsexperten Ingo Lenßen gefragt:

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