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Rhein-Neckar

Uniklinik Heidelberg: Ungeborenes Kind im Mutterleib operiert!

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So erlebte die Mutter des kleinen Karl den Eingriff!

Das ist europaweit der erste Eingriff dieser Art: Ärzte der Heidelberger Uniklinik haben ein ungeborenes Kind im Mutterleib operiert. Wir haben mit der Mutter des kleinen Karl und der Kinderneurochirugin Dr. Heidi Bächli gesprochen.

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Das ist europaweit der erste Eingriff dieser Art: Ärzte der Heidelberger Uniklinik haben ein ungeborenes Kind im Mutterleib operiert. Bei Ultraschallaufnahmen diagnostizierten sie während der Schwangerschaft einen offenen Rücken bei dem kleinen Karl. Wenn das Rückenmark eines Ungeborenen offen liegt und somit ungeschützt ist, kann es durch das Fruchtwasser Schäden erleiden. Trotzdem wurden Kinder mit offenem Rücken bislang erst nach der Geburt operiert.

Wenn Eltern während der Schwangerschaft die Nachricht bekommen, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmt, ist das ein großer Schock. "Wir haben wirklich nicht lange überlegt. Das ging sehr schnell. Wir wollten keinen Schwangerschaftsabbruch durchführen. Zwar haben wir vorher erfahren, dass Kinder ohne einen Eingriff durchaus eine ganz gute Lebensqualität haben können, aber wir haben uns gedacht: 'Warum nicht dem Kind ein paar mehr bessere Optionen mitgeben?' Wir haben dann die Studie zu dieser OP gefunden und diese ist mehr als aussagekräftig", erzählt Mutter Katrin Schmidt im Radio Regenbogen Interview.

"Da gibt es ja diese tollen 'Leck-Mich-am-Arsch'-Spritzen"

Die OP im Mutterleib an einem ungeborenen Kind ist kein einfaches Unterfangen, wenn man sich vorstellt, was dabei schief gehen kann. "Ich muss ganz ehrlich sagen, aufgeregt war ich nicht. Die Aufregung kam wirklich erst, als die Narkose vorbereitet wurde. Aber dann gibt es ja diese tollen 'Leck-mich-am-Arsch'-Spritzen und dann war die Welt auch wieder schön", verrät Katrin lachend.

Katrin ist nach der OP und der Geburt des kleinen Karl zwar müde, aber "sehr glücklich. Es ist richtig schön. Dem Kleinen geht es super. Er schläft viel, trinkt aber gut und nimmt zu, er macht sich richtig gut", so Katrin weiter. Und das ist nach den Strapazen und der Aufregung der letzten Wochen die Hauptsache.
 

So funktioniert eine OP am offenen Rücken im Mutterleib

Kinderneurochirugin Dr. Heidi Bächli hat den kleinen Karl in (!) seiner Mutter operiert. "Im Ultraschall schaut man, wie das Kind liegt. Das Kind wird dann so gedreht, dass nur der Teil vom Rücken rausschaut, an dem der Defekt ist. Dann hält ein Assistent das Kind fest, weil es ganz ruhige Verhältnisse geben muss.Das Kind bekommt zwar auch eine Anästhesie durch die Mutter, aber trotzdem ist es besser, wenn es festgehalten wird", so Dr. Bächli. "Dann wurde das ungeborene Kind mit ganz ruhiger Hand freihändig und mit Hilfe eines Mikroskops genäht." 

Das Rückenmark, die harte Hirnhaut und schließlich die Haut des Jungen konnten Schicht für Schicht verschlossen werden. Der kleine Karl wurde 11 Wochen nach dem Eingriff in Heidelberg per Kaiserschnitt zur Welt gebracht.

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