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Dank seinem Sohn: Mannheimer Rentner entlarvt Trickbetrügern

Dank seinem Sohn: Mannheimer Rentner entlarvt Trickbetrügern

Rüstiger Rentner lässt sich nicht austricksen

Ein 72-Jähriger aus Mannheim-Gartenstadt hat noch rechtzeitig gemerkt, dass er über den Tisch gezogen werden sollte. Bei ihm rief eine fremde Frau an, die behauptete, der Rentner hätte sage und schreibe 49.500 Euro gewonnen. Doch dann wurde es dubios: er sollte selber 900 Euro zahlen, um an den Gewinn zu kommen. Und zwar in Form von Guthabenkarten der Spieleplattform Steam. "Netterweise" wollte die Dame am Telefon einen ihrer Mitarbeiter zu dem Senior schicken. Der würde dann auch in Begleitung eines Sicherheitsdienstes kommen - schließlich sollte dann ja der unglaubliche Gewinn von fast 50.000 Euro ausgezahlt werden.

Zum Glück sprach der Rentner mit seinem Sohn

Das alles ergab sich während mehrerer Telefonate zwischen der vermeintlichen Glücksfee und dem Rentner. Der wurde langsam skeptisch und beriet sich mit seinem Sohn. Lass da mal besser die Finger von, war dessen Meinung. Und das war gut. Denn bei dem angeblichen Gewinn handelte es sich um sogenannte "gespoofte Telefonate" - ein Betrugsmasche um gerade Rentnern das Ersparte aus der Tasche zu ziehen. Als die Frau wieder anrief, erklärte ihr der Rentner, dass er seine 900 Euro behält, weil er an den Gewinn nicht glaubt. Daraufhin legte sie auf und rief nie wieder an.

Die Masche ist immer die gleiche

Bei der Polizei sind solche Fälle mit gespooften Telefonaten bekannt. Vor einer vermeintlichen Gewinnübergabe werden die Betroffenen aufgefordert, eine Gegenleistung zu erbringen. Sie sollen Gebühren bezahlen, kostenpflichtige Telefonnummern anrufen oder an Veranstaltungen teilnehmen, auf denen minderwertige Ware zu überhöhten Preisen angeboten werden. Bei der Kriminalinspektion in Heidelberg, die für solche Delikte zuständig ist, wurden dieses Jahr bereits über 700 solcher Fälle von betrügerischen Anrufen, die zumeist von Callcentern im Ausland erfolgen, bekannt. Dabei entstand bislang ein Schaden von rund 400.000 Euro.

Die Tipps der Polizei
 

  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Legen Sie den Hörer auf, wenn Ihnen etwas merkwürdig erscheint.
  • Sprechen Sie am Telefon niemals über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen
  • Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder anderen Vertrauten über den Anruf
  • wenn Sie unsicher sind: Rufen Sie die Polizei unter der 110 (ohne Vorwahl) oder Ihre örtliche Polizeidienststelle an.
  • Nutzen Sie NICHT die Rückruffunktion.
  • Wenn Sie glauben, Opfer eines Betruges geworden zu sein, wenden Sie sich sofort an die Polizei und erstatten Sie Anzeige!