Rhein-Neckar

Täter meldet sich mit Bekennerbrief

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Beschädigte Kapelle in Billigheim im Neckar-Odenwald-Kreis

Es war ein Schock für Heidi Lechner. Die Kapelle, die sie von ihrem Opa geerbt hatte, wurde von Randalierern mutwillig beschädigt.

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Eine Bekannte rief Heidi Lechner an und berichtete ihr, was passiert war. Als sie am nächsten Morgen sofort zu der Kapelle fuhr traute sie ihren Augen kaum. Die Scheiben waren eingeschlagen, die Wände waren mit Zeichen und Sprüchen beschmiert, die Gebetsbank wurde stark beschädigt und sogar die auf die hölzerne Marienstatue war eingehackt worden. "Vor allem das Hakenkreuz und das 'Sieg Heil' am Boden haben mich extrem geschockt", erklärt Lechner. Sie hatte die Kapelle von ihrem Opa geerbt. Dieser war im zweiten Weltkrieg angeschossen worden und fasste den Entschluss, wenn er wieder nach Hause kommen würde, würde er eine Marienstatue bauen. Nachdem auch seine Geschwister wieder aus dem Krieg kamen beschlossen sie zusammen anstatt der Statue eine Kapelle zu bauen. Gerade durch das Hakenkreuz und ähnliche Zeichen werde der Hintergrund warum die Kapelle gebaut wurde total beschädigt, so Lechner. Doch dann kam die große Überraschung: Der Täter meldete sich mit einem Bekennerbrief und bat sie darin um Verzeihung. Es wurde sogar noch besser. In dem Brief waren 5.000 Euro in bar, die bei der nötigen Renovierung der Kapelle helfen sollten. "Ich hatte Tränen in den Augen", schildert Lechner die Erlebnisse. "Ich habe trotz allem Respekt vor dem Mut den der Täter damit bewiesen hat und nehme die Entschuldigung an, da ich glaube, dass diese von Herzen kommt und er seine Tat wirklich bereut", so die Erbin der Kapelle weiter. Auch einen Plan wie es jetzt weitergeht hat sie schon. Das Hakenkreuz und den Schriftzug am Boden hat sie schon entfernt. Jetzt müssen noch die Fenster ersetzt werden und die Wände müssen innen und außen komplett gestrichen werden um die Schmierereien zu überdecken. Da die alte zu stark beschädigt wurde, möchte Heidi Lechner gerne eine neue Marienstatue anfertigen lassen. Statt einer neuen Gebetsbank möchte sie "lieber eine Sitzgelegenheit für die Menschen, die hier her kommen, damit sie sich hinsetzten und in Ruhe genießen können". Auch von der Unterstützung, die sie im Dorf erfährt ist sie überwältigt: "Das ist schon etwas, das gut tut."

 

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