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Südbaden & Schwarzwald

Bad Krozingen: Stadt wappnet sich gegen Krähenplage

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Die Vögel kommen wieder zurück zu ihren Brutplätzen

Die Stadt Bad Krozingen wappnet sich wieder für eine Krähenplage.

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Zum Winterende kehren Saatkrähen an ihre Brutplätze zurück, sie suchen geeignete hohe Bäume für neue Nistplätze oder setzen bereits vorhandene Nester wieder in Stand. Aufgrund der Lebensweise in großen Kolonien, der Größe der Tiere und den damit verbundenen Hinterlassenschaften erhält die Stadtverwaltung regelmäßig zahlreiche Beschwerden von Anwohnern und Kurgästen. Insbesondere während der Brutzeit und Aufzucht der Saatkrähen zwischen März und Juni ist in unmittelbarer Nähe der Brutkolonien mit Lärm sowie Verschmutzung zu rechnen (herabfallende Äste,Nahrungsreste und Kot). Häufig gibt es einen Zusammenhang zwischen der
Neuansiedlung von Kolonien und dem sich in der Nähe befindlichen Futterangebot. Daher ist es besonders wichtig, in den kommenden Wochen keine Essensreste oder Tierfutter im Umfeld von Krähenkolonien zu hinterlassen.
Die Stadtverwaltung bemüht sich darum, an sensiblen öffentlichen Standorten das Brüten von Krähen zu verhindern und Vergrämungsmaßnahmen durchzuführen, allerdings ist die Saatkrähe durch die EG-Vogelschutzrichtlinie und das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt, daher sind für alle Maßnahmen Ausnahmegenehmigungen erforderlich. Das Vergrämen von Tieren an einem Standort hat immer zur Folge, dass sich die Tiere einen anderen Ort zur Brut suchen. Unter Umständen bilden sich aus einer Kolonie mehrere Teilpopulationen und das Problem vergrößert sich, deshalb ist ein unkoordiniertes Vorgehen und ein privates Eingreifen unbedingt zu vermeiden. Saatkrähen sind sehr intelligente, soziale und anpassungsfähige Vögel und durchschauen Vergrämungsmaßnahmen schnell, so dass diese oft schnell unwirksam werden.

Die Saatkrähe unterliegt als europäische Vogelart dem Schutz der europäischen Vogelschutz-Richtlinie und dem Bundesnaturschutzgesetz, nachdem es verboten ist, wild lebende Tiere zu stören, zu töten oder ihre Habitate zu zerstören. In der gesamten Region steigt die Zahl der Saatkrähen seit den 80 er Jahren an. In Bad Krozingen leben derzeit knapp 1400 Brutpaare, für ganz Baden-Württemberg gibt der NABU die Zahl von rund 9.000 an, für Deutschland geht man von 80-90.000 Brutpaaren aus. Im Jagdrecht sind Saatkrähen im Gegensatz zu den Rabenkrähen nicht als jagdbare Arten aufgeführt.
Aufgrund der hohen Schäden durch Saatkrähen in der Landwirtschaft während der Aussaatzeit und Fruchtreife, erhalten Landwirte nach Antragsstellung beim Landratsamt eine Erlaubnis, Saatkrähen zu vergrämen. Durch das Beizen von Saatkörnern und zeitlich abgestimmte Aussaat- und Bewirtschaftungsmethoden kann der Schaden verringert werden und das Futterangebot für die Saatkrähen minimiert werden.

Für die Größe einer Saatkrähenpopulation ist ausschlaggebend, wie groß das Nahrungsangebot in der Umgebung ist, ob geeignete Brutbäume vorhanden sind und ob natürliche Feinde oder andere Störungen vorhanden sind. Den größten Teil ihrer Nahrung finden Saatkrähen auf landwirtschaftlichen Flächen um Bad Krozingen, sie finden aber auch im menschlichen Umfeld Nahrungsreste. Geeignete Brutbäume sind meist Pappeln oder Platanen. Im Außenbereich wirkt vor allem der Habicht als natürlicher Feind, es gibt aber auch Störungen durch erlaubte Jagd auf Rabenkrähen oder genehmigte Vergrämungsabschüsse, die dazu führen, dass sich Saatkrähen zur Brut in den geschützten Raum der Städte zurückziehen. Auf hohen Bäume im Außenbereich, abseits von Siedlungen, findet man kaum Saatkrähenkolonien.
Ausnahmegenehmigungen in der Stadt Für sensible öffentliche Bereiche, wie Kinderspielplätze und Schulen oder das Kurgebiet erteilt das Landratsamt auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung. Für die Beseitigung von Nestern oder Maßnahmen, um Saatkrähen von den Standorten fernzuhalten, zum Beispiel durch den Einsatz von Uhu-Attrappen oder durch Falkner ausgebildete Greifvögel - zu vergrämen. Anträge für private Bereiche oder aus privatem Interesse wurden bisher nicht genehmigt.

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