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Südbaden & Schwarzwald

In Bad Krozingen wird die Notfallversorgung in der Beckerklinik eingeschränkt

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Die Stadt will eine Resolution an Gesundheitsminister Spahn schicken

Die Beckerklinik in Bad Krozingen wird die Notfallversorgung wesentlich einschränken.

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Sie hat mitgeteilt, dass sie ab dem 1. Juli den Dienst nur noch an Werktagen zwischen 8 und 18 Uhr anbieten kann. Grund dafür ist eine Regelung im Zuge der Reform der Notfallversorgung, die bis zu 50 Prozent Abschläge für die Klinik bedeutet.

Jetzt nimmt Bürgermeister Volker Kieber dazu Stellung. "Es hätte eine Lösung gegeben", so Kieber. "Die Herren Becker haben mich 2018 über die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die damit verbundenen Änderungen der Notfallstrukturen informiert und mir unterbreitet, die Notfallversorgung der Beckerklinik in das Universitäts-Herzzentrum Bad Krozingen zu integrieren"

Mit diesem Kooperationsmodell wäre die Notfallversorgung in Bad Krozingen und in der Region gesichert gewesen, doch der Aufsichtsrat des Uniklinikums habe sich gegen die Kooperationslösung ausgesprochen, so Kieber. Organisatorische und finanzielle Argumente seien angeführt worden.

Als zweiten Lösungsansatz habe die Stadt den Ausbau eines Integrierten Notfallzentrums verfolgt, bei der Kliniken und ambulant tätige Ärzte Hand in Hand arbeiten und sich über die passende Behandlung abstimmen. Das sei aber nicht möglich gewesen, weil es die 30-Minuten-Regelung gibt. Denn ein Integriertes Notfallzentrum werde nicht zugelassen, wenn das nächste Notfallkrankenhaus innerhalb von 30 Minuten erreichbar ist.

Das bedeute nun, dass sich Notfallpatienten nun entweder nach Müllheim oder Freiburg wenden müssen, um dort im schlimmsten Falle mehrere Stunden auf eine Behandlung zu warten, sagt Bürgermeister Kieber.

Eine vermeintlich kosteneinsparende und effizientere Strukturreform werde auf dem Rücken der Menschen im ländlichen Raum ausgetragen, betont er.

Die Versorgungsstrukturen der großen Kliniken würden darüber hinaus an den Rand ihrer Belastungsgrenzen gebracht, da sie nun die Versorgung von zusätzlich mehreren tausend Notfällen pro Jahr übernehmen müssen.

Die Stadt will jetzt eine Resolution erarbeiten, die an Landes-und Bundespolitiker geschickt werden soll. Denn insgesamt seien rund 100 000 Menschen in der Region von der eingeschränkten Notfallbehandlung betroffen, hieß es.

Außerdem will sich auch eine Bürgerinitiative bilden. Diese fordert, dass die Notfallversorgung an der Beckerklinik komplett erhalten bleibt.

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