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Gewichtheber aus Mosbach fährt zu Olympia

Nico Müller – mit Mentaltrainer an die großen Gewichte

Mentaltraining ist in der heutigen Gesellschaft ein gängiger Begriff. Die Methoden, um das persönliche Befinden zu verbessern, sind in vielen Bereichen fest verankert – sei es in der Arbeitswelt oder auch im Sport. Einen solchen Mentaltrainer nutzt auch Nico Müller, Gewichtheber am Olympiastützpunkt in Leimen. Der 23-Jährige reist in diesem Jahr zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro und nutzt schon seit langem die Hilfe von Mentaltrainer Oliver Gulde.

Mentale Stärke spielt beim Gewichtheben eine große Rolle. „Ich muss davon überzeugt sein, das Gewicht heben zu können. Wenn ich nicht weiß, dass ich das Gewicht hochheben kann, werde ich das auch nicht tun“, erklärt Müller. Der gebürtige Obrigheimer bekommt dabei Unterstützung von Gulde: „Er gibt mir Tipps, wie ich Ziele planen kann und welche mentalen Übungen ich vor dem Wettkampf anwenden kann.“

Ein Gedankengang, den sich Müller immer wieder in das Unterbewusstsein ruft, könnte dabei beispielsweise so aussehen: „Ich habe am 19. Mai 155 Kilogramm gerissen und 190 Kilogramm gestoßen - locker und leicht.“ Diesen Satz müsse man sich immer wieder in das Unterbewusstsein rufen, erklärt der Deutsche Junioren-Meister von 2012 und 2013.

Sein Ziel für die Olympischen Spiele hat Nico Müller bereits formuliert: „Ich sehe meine Chancen eher im Mittelfeld. Was die Plätze weiter oben angeht, sehen wir dann beim Wettkampf.“ Die größte Konkurrenz komme dabei aus China und Ägypten.

Die Vorbereitungen auf das Highlight des Jahres laufen bereits auf Hochtouren. 18 Wochen vor dem Wettkampf startete das Training für Olympia. „Die Zeit ist mit kleineren Spitzen und auch Entlastungswochen geplant. So baut sich das bis zum Hauptwettkampf auf.“ In der ersten Woche geht es los mit 100 Kilo beim Reißen und 140 Kilo beim Stoßen. So kann Müller bei vergleichbar niedrigen Gewichten sich langsam seinem Leistungsmaximum annähern und dazu auch noch die Technik auffrischen.

Das Training findet im Olympiastützpunkt in Leimen statt. Gestoßen wird meistens nur einmal in der Woche. Freitags steht der Techniktag an. In den verbleibenden Einheiten werden meist Zubringerübungen zu den Wettkampfdisziplinen trainiert. Der Terminplan füllt sich aber noch weiter. An den Wochenenden reist Müller meistens nach Obrigheim und tritt für den dortigen Gewichtheberverein in der Bundesliga an. „Das ist nicht so weit entfernt von Leimen, man fährt nur eine Stunde.“

Müllers persönliche Bestleistungen liegen derzeit bei 151 Kilogramm (Reissen), 187 Kilogramm (Stoßen) und 335 Kilogramm (Zweikampf). Mit der nötigen mentalen Stärke und genügend Training fällt hoffentlich die eine oder andere Bestmarke.